Neues von der Invasion (III)

Titanic sinkt

Peter Schmidt findet auf den Seiten des Deutschen Arbeitgeberverbandes dieses Sinnbild:

Sie sind als Passagier des Traumschiffs auf dem Ozean unterwegs. Plötzlich geschieht das Unglaubliche: Sie müssen fassungslos mit ansehen, wie der völlig durchgeknallte Kapitän auf hoher See und unter dem Jubel der ganzen Mannschaft Löcher in die Bordwand bohren lässt, damit sich das Wasser nicht so ausgeschlossen fühlt. Auf den angstvollen Hinweis von Ihnen und anderer Passagiere, dass das Schiff dann zwangsläufig sinke, bekommen Sie die Antwort, dass dies in keiner Weise erwiesen sei. Im Gegenteil sei sogar wissenschaftlich eindeutig geklärt, dass der Mensch Wasser dringend zum Leben brauche. Es wird Ihnen allen unterstellt, dass sie wohl fanatische Wasserhasser sind, die aus Dummheit wirren Verschwörungstheorien folgen.
Während sich das Schiff stetig nach links neigt, werden die Restpassagiere angewiesen, nur ja nicht mit jenen „fanatischen Wasserhassern“ am rechten Bordrand zu reden, die nur grundlos Panik erzeugen wollen. Auf Ihre Frage, wie das Sinken verhindert werden soll bekommen Sie die Antwort „es liegt nicht in unserer Macht, wieviel Wasser noch kommt“.  Zudem wird Ihnen vom Kapitän beschieden: „Den Plan kann ich nur geben, wenn ich einen habe.“ Aber wir schaffen das.

Überblicke zum Thema bieten der American Viewer und die Achse des Guten. Henryk M. Broder stellt die Frage, ob Angela Merkel noch wisse, was sie tue. Unterdessen denunziert Anetta Kahane jegliche Bedenken angesichts dessen, was Deutschlands politische Elite  tut, als Sorge weißer Männer, die um ihren Einfluß fürchteten, und Antimodernismus(!). Kahanes Text strotzt vor Halb- und Unwahrheiten; er würde prima Material für einen Rhetorik- oder Logikkurs abgeben. Bestürzend ist er dennoch: Die Linke zeigt sich fest entschlossen, im Zuge der ‚Flüchtlingskrise‘ die letzten Reste bürgerlicher Weltauffassung – einschließlich Meinungsfreiheit –  in Deutschland zu eliminieren. Never let a crisis go to waste…

4 Comments

  1. Die Gleichsetzung von Leckwasser mit Einwanderern ist menschenverachtend – als würden uns Einwanderer als solche nach unten ziehen. Dabei verhindern Einwanderungsbeschränkungen, viele freiwillige Kooperationen zwischen (möglichen) Einwanderern und Einheimischen. Volkswirte erwarten im Schnitt eine Verdoppelung des Weltbruttosozialprodukts, wenn jeder dort Arbeit aufnehmen dürfte, wo er will. Michael Huemer zeigt, dass der Staat die Rechte Einwanderungswilliger verletzt, wenn er sie ohne triftigen Grund an der Einreise hindert oder abschiebt (in „Gibt es ein Recht auf Einwanderung?“). Natürlich wäre ein Zusammenbruch der Aufnahmegesellschaft ein triftiger Grund, *wenn* die Befürchtung denn zuträfe.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Was den, wie Sie schreiben, ‚menschenverachtenden‘ Charakter der Metapher angeht, erlauben Sie mir, anderer Auffassung zu sein. Seit Jahrhunderten werden Bewegungen großer Menschenmengen durch Fließ-Bilder ausgedrückt – übrigens nicht immer in abwertender Manier -, und ich sehe keinen Grund, damit aufzuhören.

      Zu den Einwanderern ‚als solche‘: Wie Thomas Sowell immer wieder betont, gibt es keine Einwanderer ‚als solche‘, sondern nur konkrete Einwanderungswillige mit den-und-den Dispositionen, den-und-den Fähig- und Fertigkeiten, den-und-den Vorlieben und Abneigungen. Es mag sein, daß die Wasser-Metapher hier eine Einförmigkeit nahelegt, die nicht besteht. Freilich folgt daraus nicht, daß das Sinnbild zu inkriminieren sei, sondern es erwächst die Frage, weshalb die Bundesrepublik Deutschland keine rationale, d.h. an praktischer Klugheit und Vorsicht orientierte Auswahl unter denen trifft, die kommen wollen.

      Zu den Rechten Einwanderungswilliger: Hier liegt eine Verwechslung vor. Es ist richtig, daß ein Staat die Rechte seiner Bürger verletzt, wenn er sie, wie die DDR, an der Ausreise hindert. Daraus jedoch folgt schlicht gar nichts für die Frage der Einwanderung in einen anderen Staat. Da kann Herr Huemer schreiben, was er will.

  2. Hallo Herr Dr. Dahlmanns,

    meine Formulierung war wohl unglücklich: Bitte, verstehen Sie meinen Einwand nicht als ein Totschlagargument, um mich der inhaltlichen Diskussion zu entziehen (was ja meist der Fall ist, wenn jemand das Wort „menschenverachtend“ gebraucht).

    Ihr Menschenbild oder Ihre volkswirtschaftliche Ansicht ist zu pessimistisch: Die breite Masse der Einwanderungswilligen ist nützlich. Der Ökonom Bryan Caplan will ausdrücklich auch „haitianische Schuhputzer, nigerianische Kellner, mexikanische Gärtner“ und „Bauern aus Bangladesch“ einwandern lassen:
    http://www.offene-grenzen.net/2015/05/25/lasst-jeden-ueberall-arbeit-annehmen/
    Das richtige zu tun, nämlich die Rechte der Einwanderungswilligen zu achten, würde uns laut Caplan also „weniger als nichts“ kosten.

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