James Damore, Google und Political Correctness

Heute in Ruhe die völlig unpassend zuweilen als „Anti-Diversity-Manifest“ bezeichneten Reflexionen des ehemaligen Google-Mitarbeiters James Damore gelesen. Den Text kennzeichnen Sachlich- und Nachdenklichkeit, Freundlich- und Höflichkeit; aus jeder Zeile spricht der ehrliche Wunsch, zum Besseren zu wirken.

Nur wer Damores Ausführungen nicht gelesen hat, kann zu einem Urteil wie diesem kommen:

Die Empörung über das in weiten Teilen altbekannte Stereotype wiederkäuende Pamphlet des Software Engineers von Google ist (zu Recht) groß. […] Machen wir uns nichts vor: Die im Dokument deutlich werdenden Ressentiments haben nach wie vor sehr viele Anhänger.

Immer wieder drollig, Die Zeit und/oder Zeit online als Institution für betreutes Schreiben.

Drolliger noch, daß sogleich auch von „Ressentiment“ gesprochen wird. Ist es wirklich zuviel verlangt, diesen auf Nietzsche zurückgehenden und von Scheler (zumeist) segensreich gebrauchten Begriff einmal vernünftig, also nicht-verstellend zu gebrauchen?! Ressentiment ist der geronnene Groll des Machtlosen und Versagers. James Damore hat einen Abschluß der Harvard-Universität. Das sieht mir nicht eben nach dem Profil des typischen Versagers aus…

Wie dem auch sei. Firmen können feuern, wen sie wollen. Oder sollten es wenigstens können. Dennoch gewinnt man den Eindruck, daß es um den Westen nicht gut stehe, wenn ein Mann wie Damore aus solchen Gründen gefeuert wird.

(Siehe auch hier – der FIDE-Titel ließ sich allerdings nicht bestätigen – und hier.)

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