Unerbauliches aus New Jersey

J. Oliver Conroy über eine Diskussionsveranstaltung an der Rutgers University, New Jersey:

The worst of the audience’s animosity was directed at Kmele Foster, who is black. The protesters were particularly antagonized by Foster’s contention that police violence against African-Americans has been statistically exaggerated. When he started explaining the methodological research behind his claim, the audience exploded. “Facts?! Facts?! Don’t tell me about facts!” one person screamed. Foster tried to finish as five or six people shouted at him. “Do facts matter?” Foster asked, and repeated it several times in mounting frustration. “Do facts matter? Do facts—”

The resounding, devastating answer was no, facts do not matter. One of the things that struck me over and over was the protesters’ complete intolerance of complexity. It’s not just that many intersectional activists seem to have no capacity for nuance; they fear and hate it, because they hate anything with the potential to complicate their narrative. Get on the bus or get under it.

Quelle (gekürzt).

James Damore, Google und Political Correctness

Heute in Ruhe die völlig unpassend zuweilen als „Anti-Diversity-Manifest“ bezeichneten Reflexionen des ehemaligen Google-Mitarbeiters James Damore gelesen. Den Text kennzeichnen Sachlich- und Nachdenklichkeit, Freundlich- und Höflichkeit; aus jeder Zeile spricht der ehrliche Wunsch, zum Besseren zu wirken.

Nur wer Damores Ausführungen nicht gelesen hat, kann zu einem Urteil wie diesem kommen:

Die Empörung über das in weiten Teilen altbekannte Stereotype wiederkäuende Pamphlet des Software Engineers von Google ist (zu Recht) groß. […] Machen wir uns nichts vor: Die im Dokument deutlich werdenden Ressentiments haben nach wie vor sehr viele Anhänger.

Immer wieder drollig, Die Zeit und/oder Zeit online als Institution für betreutes Schreiben.

Drolliger noch, daß sogleich auch von „Ressentiment“ gesprochen wird. Ist es wirklich zuviel verlangt, diesen auf Nietzsche zurückgehenden und von Scheler (zumeist) segensreich gebrauchten Begriff einmal vernünftig, also nicht-verstellend zu gebrauchen?! Ressentiment ist der geronnene Groll des Machtlosen und Versagers. James Damore hat einen Abschluß der Harvard-Universität. Das sieht mir nicht eben nach dem Profil des typischen Versagers aus…

Wie dem auch sei. Firmen können feuern, wen sie wollen. Oder sollten es wenigstens können. Dennoch gewinnt man den Eindruck, daß es um den Westen nicht gut stehe, wenn ein Mann wie Damore aus solchen Gründen gefeuert wird.

(Siehe auch hier – der FIDE-Titel ließ sich allerdings nicht bestätigen – und hier.)

We’re Wide Open

Gerade einmal 18 Prozent der Deutschen sind bereit, ihr Land mit der Waffe in der Hand zu verteidigen (2015). Weniger als jeder Fünfte.

Die Bundeswehr ist allenfalls „bedingt“ einsatzbereit. Bei einer Stärke von 177.000 Mann. (Ich bitte, die reaktionäre Ausdrucksweise zu verzeihen.)

Unterdessen läßt sich erfahren, daß selbst unsere britischen Freunde an Wehrhaftigkeit eingebüßt haben. Der ehemalige Chef des Britischen Generalstabs, General Sir Richard Barrons, geht mit den britischen Streitkräften hart ins Gericht. Man verlasse sich auf den Schutz der Amerikaner, lege zu großen Wert auf teure Waffensysteme, die man sich bloß in viel zu kleinen Stückzahlen leisten könne. Dies mache verwundbar. Um das Vereinigte Königreich seiner Verteidigung durch F-35 zu entkleiden, müsse man die Maschinen gar nicht abschießen, so der General; es reiche die knapp vier Dutzend Piloten, die sie fliegen können, im Schlaf zu ermorden.

Schönes Beispiel für die Wirkung von Anti-Fake-News-Gesetzen

Jennifer Wright in The New York Post:

If you don’t allow for investigative journalism, people die. There’s no clearer time to witness this fact than during 1918 when the Spanish Flu broke out.

The Spanish Flu was no ordinary illness. While most flu viruses attack the elderly and the very young, the Spanish Flu produced a reaction called a cytokine storm that essentially turned healthy immune systems against themselves. In under two years, it would kill somewhere between 20 million to 50 million people worldwide. But if you’ve never heard of it, don’t worry — that’s because journalists were afraid to report on it.

The plague broke out during WWI after a morale law had been put in place in 1917. The law dictated that journalists shouldn’t report anything negative about the US government that might demoralize the populace — for instance, that a disease was spreading through the populace that they had no idea how to combat. If you defied the law, you could go to jail for up to 20 years. The epidemic was called the Spanish Flu not because it originated there (it most likely came from Kansas) but because Spanish newspapers, who had no such laws, reported on it with great frequency as early as May 1918.

Bezpieczna Polska – Sicheres Polen

Im Unterschied zu verschiedenen Stimmen in Deutschland kann ich nichts Schlimmes daran finden, daß US-Truppen nach Polen verlegt worden sind. Im Gegenteil. Die Sache nimmt sich äußerst positiv aus.

56,4 Prozent der Polen halten die Stationierung der amerikanischen Verbände für etwas, das Polens Sicherheit erhöht. 36, 1 Prozent sind gegenteiliger Auffassung.

Karte: Tweet des polnischen Verteidigungsministeriums.

Update: Interessantes zur Modernisierung der polnischen Luftwaffe hier.

Thomas Sowell: „Diversity“ und Antisemitismus

Der in Deutschland viel zu wenig bekannte Nationalökonom Thomas Sowell berichtet über die antisemitischen Ursprünge des Begriffs „Diversity“. Damit erhalten wir einen weiteren Grund, uns von dieser fatalen Phrase nicht irremachen zu lassen:

Although diversity has become one of the leading buzzwords of our time, it has a history that goes back several generations. In the early twentieth century, the principle of geographic diversity was used to conceal bias against Jews in the admission of students to Harvard and other leading academic institutions.

Because the Jewish population was concentrated in New York and other east coast communities at that time, quota limits on how many Jewish students would be admitted were concealed by saying that Harvard wanted a diverse student body, consisting of students from around the Country.

Therefore some highly qualified Jewish applicants could be passed over, in favor of less qualified applicants from the midwest or other regions of the Country.

Das ist: Obwohl „Diversity“ eine der vorherrschenden Kampfbegriffe unserer Zeit ist, verfügt er über eine Geschichte, die mehrere Generationen zurückreicht. Im frühen zwanzigsten Jahrhundert wurde das Prinzip geographischer „Diversity“ gebraucht, um Mißgunst gegen Juden zu verdecken, die sich um die Aufnahme an die Universität von Harvard oder andere führende Hochschulen bewarben.

Da zu jener Zeit amerikanische Juden vor allem in New York und anderen Städten an der Ostküste wohnten, wurden Quoten festgelegt, die bestimmten, wie viele jüdische Studenten zugelassen wurden. Diese Quoten wurden durch die Behauptung bemäntelt, man wünsche eine Studentenschaft, die von „Diversity“ gekennzeichnet sei, das heißt aus allen Gegenden der Vereinigten Staaten stamme.

Mit dieser Begründung konnten einige hochqualifizierte jüdische Bewerber übergangen werden, um weniger qualifizierte Bewerber aus dem mittleren Westen oder anderen Landstrichen der USA aufzunehmen.