Weshalb eine pro-westliche Haltung kein Rassismus ist

Schöner Artikel von Daryl McCann auf Quadrant. Drei Auszüge:

We are not the House of War, as the Wahhabis/Salafists assert. We are the House of Freedom. To critique and constrain Islamic revivalism in the West is not to be Islamophobic as both the Muslim Brotherhood and the PC police would have it. Paradoxically, perhaps, the real danger for the West, when it comes to global jihad and all those who do not have the interests of the House of Freedom at heart, might not be so much the enemy at the gates but the anti-West nihilism at the core of politically-correct thinking. How else to explain the fact that today when the President of the United States makes a speech in Warsaw praising the grandeur and liberty of Western civilisation he is immediately censured for being a white male supremacist?

Und:

If the West can be characterised as a community of liberal-democratic states, then it should be incumbent upon the political leadership of each of those autonomous national entities to promote the best interests of their respective populations. Theoretically, of course, people of any religious or ethnic background can—and do—assimilate into a society based on Western principles. We have to wake up to the reality, however, that this occurs despite the sectarianism encouraged by multiculturalism, which might be better described as poly-tribalism.

Schließlich:

A Western society might be “open”, in the sense that Karl Popper used the term, but it has the right to closed or secure borders, not to mention a stringent immigration program. How else can a heritage of liberty be protected against those with an entirely different civilisational framework?

„Bo my nie błagamy o wolność, my o nią walczymy.” (Denn wir betteln nicht um Freiheit, wir erkämpfen sie uns.)

Beeindruckendes Video von knapp viereinhalb Minuten über die Geschichte Polens zwischen 1939 und 1989, erstellt im Auftrag des Instytut Pamięci NarodowejBitte klicken Sie auf das Bild, um zur englischsprachigen Version zu gelangen (eigene Film-Website mit zusätzlichen Informationen); die polnische Version finden Sie einen Klick weiter. Das Zitat im Titel stammt von General Witold Urbanowicz und beschließt den Film.

Es ist, aus polnischer Perspektive, sicher klug, mit solchen nach Format und Gestaltung Popkultur-kompatiblen Filmen seinen Standpunkt zu verbreiten. Desto mehr, als die englischsprachige Fassung auf YouTube in zwölf Tagen über 730.000 Aufrufe erhalten hat. Demgegenüber verfügt der die Partisanenkämpfe gegen die sowjetische Besatzungsmacht (nach 1945) darstellende, viele Kritiker enttäuschende Film Historia Roja in seiner DVD-Ausgabe nicht einmal über englische oder sonstige nicht-polnische Untertitel. Ergebnis: keinerlei Außenwirkung.

Jan Kochanowski, Pieśń świętojańska, Panna IV in deutscher Übersetzung

Wem denn Blümlein abgerissen
Hab ich / und den Krantz bereitet?
Dir und keinem andern / Lieber /
Der allein lieb meinem Hertzen.

Trag auf Deinem schönen Haupte
Dieses Blühn aus meinen Händen /
Trag auch mich allein im Hertzen /
Denk auch / nur an mich allein.

Keine Weile ist verflossen /
Die ich Deiner nicht gesonnen;
Weder Schlaf noch Fron erlösen
Mich / die wachliegt oder tagträumt.

Diese Hoffnung trag ich / dasz Du
In mir Etwas wollest sehen /
Dies mein Sehnen nicht bespöttelst /
Es mit Deinem mir vergöltest.

Desz zu schweigen / musz ich scheitern /
Was mich zagen macht im Hertzen:
Alles hat hier scharfe Augen /
Weisz sehr wohl um das / was schön ist.

HErre, Schwestern, das ich bitte /
Laszt die Qual mich nicht erfahren /
Dasz ein Nachbarsmädchen wildre/
Wo ich selber heg und weine.

Ach, ein jedes andres Trübsal
Will ich fromm und fest ertragen /
Doch wer hohnspricht meiner Liebe /
Bleibt ein Greuel meiner Seele.

Aus dem Lied zu St. Johannis von Jan Kochanowski (1530-1584), Lied des Fräuleins IV. Übersetzung: Karsten Dahlmanns. Bildquelle; zum polnischen Original geht es hier.

Papst Franziskus: Für einen globalen Sozialstaat

Im Folgenden soll die „Botschaft von Papst Franziskus zum 104. Welttag des Migranten und Flüchtlings 2018“ einer kritischen Lektüre unterzogen werden. Der erwähnte „Welttag“ (es lebe der Kult des Kolossalen, wie von Wilhelm Röpke beschrieben) dämmert zwar erst am 14. Januar 2018 herauf, doch ist das päpstliche Schreiben bereits jetzt verfügbar.

I

Franziskus stellt fest:

Jeder Fremde, der an unsere Tür klopft, gibt uns eine Gelegenheit zur Begegnung mit Jesus Christus, der sich mit dem aufgenommenen oder abgelehnten Gast jeder Zeitepoche identifiziert (vgl. Mt 25,35.43).

Dies bedeute:

Der Herr vertraut der mütterlichen Liebe der Kirche jeden Menschen an, der gezwungen ist, die eigene Heimat auf der Suche nach einer besseren Zukunft zu verlassen. Diese Fürsorge muss konkreten Ausdruck in jedem Abschnitt der Erfahrung der Flüchtlinge finden: von der Abfahrt bis zur Reise, von der Ankunft bis zur Rückkehr.

Hier fällt zweierlei auf. Erstens: War zuvor einem Gast die Rede, vom Einzelnen, geht es nun um Millionen von Menschen. Die Angelegenheit wird also stillschweigend aus dem Bereich der (religiös geprägten) Moral, wo die Begegnung des Einzelnen mit dem Einzelnen wesentlich ist, in den der Politik verlagert, ein zwar nicht moralfreies, aber auch nicht auf Moral reduzierbares Gebiet.

Zweitens: Die Fürsorge soll weit vor dem eigentlichen An-die-Tür-Klopfen beginnen, bei der Abfahrt nämlich, irgendwo fern von Europa. Hier zeigt sich ein Service-Gedanke, der das gesamte Schreiben durchwuchert. Franziskus entwirft ein umfängliches Programm, wie jenen, die er als „Migranten und Flüchtlinge“ bezeichnet, entgegengekommen werden solle. Der Westen solle sie „aufnehmen, schützen, fördern und integrieren“.

Franziskus‘ Auffassung nach

bedeutet aufnehmen vor allem, den Migranten und Flüchtlingen breitere Möglichkeiten für eine sichere und legale Einreise in die Zielländer anzubieten.

Die päpstliche Diagnose wirkt insofern erfreulich, als sie wenigstens indirekt anerkennt, daß derzeit gegen bestehendes Recht verstoßen werde. Der Therapie-Vorschlag freilich geht in die falsche Richtung: man möge das Geschehen schlankerhand legalisieren. Darauf folgt eine Frechheit:

Die kollektiven und willkürlichen Ausweisungen von Migranten und Flüchtlingen sind keine geeignete Lösung, vor allem, wenn diese in Länder geschehen, die die Achtung der Würde und der Grundrechte nicht gewährleisten können.

Wieso „willkürlich“? Wenn dieser oder jener sich illegal auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland oder eines anderen europäischen Staates Befindende ausgewiesen wird, ist das kein Willkürakt, sondern die Durchsetzung bestehenden Rechts. Als willkürlich wäre allenfalls die mangelnde Durchsetzung geltenden Rechts anzusehen, d.h. die Nicht-Ausweisung. Sollte es dem Heiligen Vater an Respekt vor den Verfassungen und dem gesatzten Recht der europäischen Staaten mangeln?

Der Grundsatz der zentralen Stellung der menschlichen Person […] verpflichtet uns dazu, die Sicherheit der Personen stets der Sicherheit des Landes voranzustellen.

Die aufnehmenden oder zur Aufnahme aufgeforderten Länder bestehen nicht aus Menschen? Die Autochthonen der aufnehmenden oder zur Aufnahme aufgeforderten Länder, ihre Söhne und Töchter haben keine Sicherheitsbedürfnisse? Der rhetorische Kniff dieser Zeilen besteht darin, eine Leerstelle zu suggerieren, wo keine ist. Es bedarf kaum der Erwähnung, wie bedenklich nahe diese Auffassung des Papstes einem invertierten Rassismus kommt. – „Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7, 15-16)

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Nicholas Winton

Der Brite Nicholas Winton rettete in den späten dreißiger Jahren auf eigene Faust 669 jüdische Kinder vor dem sicheren Tod. Für einen kurzen Film über Sir Nicholas klicken Sie bitte das Bild. Weitere Informationen hier.

Staatsverschuldung, ‚billiges‘ Geld und Moral

Die absurde, nicht mehr steuerbare Liquidität, die als Gegenbuchung zur aberwitzigen Verschuldung… stehen geblieben ist, hat zu falschen Allokationen… geführt; sie hat aber auch die Menschen nachlässig und unkritisch werden lassen; sie hat die Arroganz der Mächtigen gesteigert; sie hat der Hochfinanz das Pulver geliefert, mit dem das Feuerwerk der 80er und 90er Jahre an den Finanzmärkten gezündet worden ist; sie hat die Sitten und die Moral in weiten Teilen der Gesellschaft erodieren lassen; sie hat auch die Machtverhältnisse und die Besitztümer verschoben und damit viele gesellschaftliche Probleme geschaffen; sie hat die wohlfahrtsstaatliche Verluderung vorangetrieben und einen Teil der Bonitäten an den Finanzmärkten zerstört… Kurzum: die ausufernde Liquidität hat die Menschen verdorben.

Walter Hirt, zitiert nach Roland Baader, Geld, Gold und Gottspieler. Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise, Gräfelfing 2007, S. 96; Auslassungszeichen bei Baader. (Bild: Maerten de Vos, Die Versuchung des heiligen Antonius (Detail).)

Einige Reaktionen auf Google und James Damore

Taki’s Magazine bringt Frotzeleien von Gavin McInnes, die durchaus am Platze sind: Google Tech Fired for Using Google. McInnes auch hier in einem Filmchen über Google, Damore und Hate Facts.

Vernünftiges von Llarian auf Zettels Raum: Google, Gender, Galgenstrick?

Hörenswert: ein Gespräch von Jordan Peterson und Stefan Molyneux über Google, James Damore und die Folgen.

Lesenswert: ein nachdenklicher Text von Marc Felix Serrao in der Neuen Zürcher Zeitung: Diversity hat eine angstbesetzte intellektuelle Einfalt produziert.

Bloß mittelbar zum Fall Damore, aber dennoch wichtig: Jordan Peterson über den Mangel an Sorgfalt unter Journalisten.

James Damore, Google und Political Correctness

Heute in Ruhe die völlig unpassend zuweilen als „Anti-Diversity-Manifest“ bezeichneten Reflexionen des ehemaligen Google-Mitarbeiters James Damore gelesen. Den Text kennzeichnen Sachlich- und Nachdenklichkeit, Freundlich- und Höflichkeit; aus jeder Zeile spricht der ehrliche Wunsch, zum Besseren zu wirken.

Nur wer Damores Ausführungen nicht gelesen hat, kann zu einem Urteil wie diesem kommen:

Die Empörung über das in weiten Teilen altbekannte Stereotype wiederkäuende Pamphlet des Software Engineers von Google ist (zu Recht) groß. […] Machen wir uns nichts vor: Die im Dokument deutlich werdenden Ressentiments haben nach wie vor sehr viele Anhänger.

Immer wieder drollig, Die Zeit und/oder Zeit online als Institution für betreutes Schreiben.

Drolliger noch, daß sogleich auch von „Ressentiment“ gesprochen wird. Ist es wirklich zuviel verlangt, diesen auf Nietzsche zurückgehenden und von Scheler (zumeist) segensreich gebrauchten Begriff einmal vernünftig, also nicht-verstellend zu gebrauchen?! Ressentiment ist der geronnene Groll des Machtlosen und Versagers. James Damore hat einen Abschluß der Harvard-Universität. Das sieht mir nicht eben nach dem Profil des typischen Versagers aus…

Wie dem auch sei. Firmen können feuern, wen sie wollen. Oder sollten es wenigstens können. Dennoch gewinnt man den Eindruck, daß es um den Westen nicht gut stehe, wenn ein Mann wie Damore aus solchen Gründen gefeuert wird.

(Siehe auch hier – der FIDE-Titel ließ sich allerdings nicht bestätigen – und hier.)

FAZ polonisiert Verurteilte

Im Jahr 2014 überfielen „junge Männer“ einen 81-jährigen Rentner in dessen Haus und folterten ihn, um an dessen Wertsachen und Geld zu gelangen. Der ältere Herr verlor dadurch sein Leben. Nun wurden die Täter erneut verurteilt – nicht wegen Mordes, sondern wegen Raubes mit Todesfolge, bzw. schweren Raubes. Ihre Namen: Almir R., Hasrit S., Madonna R., Meto K., Murat C. (Einer der Genannten war nicht am Tatort, aber an der Planung beteiligt.)

So weit, so schlimm. Eine gesonderte Perfidie leistet sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sie macht aus den Verurteilten Polen; wie hier ersichtlich: Jerzy S. und Mariusz F.

Ob dies den „Gehässigkeiten der Tagespolitik“ folgt, wie Ulrich Elkmann vermutet, oder anderen Beweggründen entspringt, die auf Friedrich Engels‘ Gehässigkeit den weniger zahlreichen Völkern Ostmitteleuropas gegenüber und dasjenige zurückgehen, was man als imperiales Gutmenschentum bezeichnen könnte – es scheint, als sei das Wort „Nannymedien“ allzu blaß und freundlich, um dergleichen zu bezeichnen. Auch „Lückenpresse“ trifft’s nicht, denn eine suggestio falsi geht über eine suppressio veri hinaus.