Newman

Empfehlenswerter Dokumentarfilm von einer Stunde Länge über Leben und Werk von John Henry – später Kardinal – Newman, erzählt von dem US-amerikanischen Bischof Robert Barron. Der erste Teil des Films behandelt Newmans Leben vor und nach seiner Konversion vom Anglikanismus zum Katholizismus; der zweite Teil bespricht einige wichtige Werke Newmans.

Anrührend ist, daß der Film zwei Opfer herausarbeitet, die Newman auf seinem Wege gebracht hat. Beide Opfer dürften auch dem religiös Unmusikalischen verständlich sein, eine Saite in ihm zum Klingen bringen.

Das eine Opfer Newmans bestand im Verzicht auf ein Leben in Oxford, als Professor der Oxforder Universität und unter Oxforder Akademikern, da dergleichen als Abtrünniger vom Anglikanismus damals nicht mehr möglich war. Ein jeder, der seine Nase in Dutzende stockfleckiger Bücher gesteckt hat, um Halb- oder vielleicht auch Dreiviertelverstandenes zu exzerpieren, kann ermessen, was für ein gewaltiges Opfer das gewesen sein muß!

Und hier das zweite Opfer: Als Anglikaner war Newman ein gesuchter Prediger in gerammelt voller Kirche, dessen Predigten von gewaltiger Länge als Meisterwerke angesehen wurden. Als katholischer Geistlicher gab es dergleichen Gelegenheit nicht mehr; zehn Minuten für die Predigt, das war’s damals.