Postfaktische Mathematik

Schönes Video über eine Welt, in der die regulative Idee der Wahrheit keine Rolle mehr spielt und die „Selbstachtung“ des Individuums das Wichtigste ist. Die Pointe am Ende ist nicht lediglich versöhnlich; sie weist auf den Performativen Selbstwiderspruch hin, in dem sich Relativisten gleich welcher Couleur zu verfangen pflegen.

Ein höflicher junger Mann…

…aus Deutschland, den ich da kürzlich in Krakau getroffen habe.  Doch hat er alle Üblichkeiten des sozialstaatlich-ökologischen Konsenses so brav repetiert, daß ich an Stanisław Jerzy Lec‘ Aphorismus denken mußte: „Czasem psy merdają łańcuchem.“ (Das ist: Manchmal wedeln die Hunde mit ihrer Kette.)

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Quelle:  Stanisław Jerzy Lec; Myśli nieuczesane, Warschau 2017, S. 198.

Sh*thole Countries

Er hat’s wieder getan. Diesmal mit der Bemerkung, bestimmte Länder seien, nun, Dreckslöcher. Der Spielzug verdient Anerkennung. Trump zwingt seine Kontrahenten dazu, entweder das Offensichtliche zu verneinen, oder einen Großteil des Bodens, auf dem sie ihre Gutmenscherei errichtet haben, zerbröseln zu sehen.

Man darf doch weiterhin annehmen, der Human Development Index, der Index der menschlichen Entwicklung bilde keine rechtspopulistische Propaganda?

Und: Natürlich ist die Feststellung, Land X sei ein Drecksloch, keine Bösartigkeit oder gar Hetze den Einwohnern des Landes X gegenüber. Wie spätestens seit Friedrich August Hayeks  The Fatal Conceit bekannt sein dürfte,  sind Kulturen oder Zivilisationen nichts, was sich eben mal – im Verlauf einer Generation, am besten noch am Bürotisch zwischen 8.30 und 16.30 Uhr – herstellen läßt; sie sind über Generationen gewachsen. Mit anderen Worten: Alle Schweizer haben Glück, in der Schweiz geboren worden zu sein, und einige Schweizer handeln so, daß die Schweiz auch in der Zukunft ein lebenswertes, da freies und prosperierendes Land sein wird, während andere Schweizer so handeln, daß sie das Glück künftiger Generationen von Schweizern gefährden. Ein entsprechender Satz läßt sich für die Einwohner verschiedener Drittwelt-Länder bilden – mit umgekehrten Vorzeichen.

Der Schlüssel zum Verständnis der Angelegenheit lautet: Glück (im Sinne des englischen „luck“) und Dankbarkeit. Aus Angst vor dem bösen Blick des Neides das eigene Glück (im Sinne des englischen „happiness“) und dasjenige seiner Kinder und Kindeskinder zu zerstören, taugt kaum als Ausdruck von Weisheit.

Was Stilfragen angeht, nun, da kann man Andrew Klavans Redeweise vorziehen. Der US-Schriftsteller klärt in einem brillanten Video von knapp drei Minuten Dauer über die Aporien des Multikulturalismus auf und nennt einige Drittwelt-Länder „hellholes“.

Zu der Frage, wie man den in solchen Verhältnissen Geborenen helfen könne, äußert sich sehr informativ Dambisa Moyo.

Shelby Steele: Rassismusverdacht, Beweislastumkehr und Manipulation

Bemerkenswerte Reflexionen über den allgemeinen Rassismusverdacht gegen Weiße und die kaum lösbare Aufgabe, das Gegenteil nachweisen zu müssen, das Handeln von Institutionen, die sich von ihrer Vergangenheit reinwaschen wollen und daher allerlei Widersinniges tun, und die Manipulation der Mehrheit durch eine oder mehrere Minderheiten.

Bitte klicken Sie auf das Bild, um zu dem Film von reichlich zehn Minuten Länge zu gelangen.

Weshalb eine pro-westliche Haltung kein Rassismus ist

Schöner Artikel von Daryl McCann auf Quadrant. Drei Auszüge:

We are not the House of War, as the Wahhabis/Salafists assert. We are the House of Freedom. To critique and constrain Islamic revivalism in the West is not to be Islamophobic as both the Muslim Brotherhood and the PC police would have it. Paradoxically, perhaps, the real danger for the West, when it comes to global jihad and all those who do not have the interests of the House of Freedom at heart, might not be so much the enemy at the gates but the anti-West nihilism at the core of politically-correct thinking. How else to explain the fact that today when the President of the United States makes a speech in Warsaw praising the grandeur and liberty of Western civilisation he is immediately censured for being a white male supremacist?

Und:

If the West can be characterised as a community of liberal-democratic states, then it should be incumbent upon the political leadership of each of those autonomous national entities to promote the best interests of their respective populations. Theoretically, of course, people of any religious or ethnic background can—and do—assimilate into a society based on Western principles. We have to wake up to the reality, however, that this occurs despite the sectarianism encouraged by multiculturalism, which might be better described as poly-tribalism.

Schließlich:

A Western society might be “open”, in the sense that Karl Popper used the term, but it has the right to closed or secure borders, not to mention a stringent immigration program. How else can a heritage of liberty be protected against those with an entirely different civilisational framework?

Einige Reaktionen auf Google und James Damore

Taki’s Magazine bringt Frotzeleien von Gavin McInnes, die durchaus am Platze sind: Google Tech Fired for Using Google. McInnes auch hier in einem Filmchen über Google, Damore und Hate Facts.

Vernünftiges von Llarian auf Zettels Raum: Google, Gender, Galgenstrick?

Hörenswert: ein Gespräch von Jordan Peterson und Stefan Molyneux über Google, James Damore und die Folgen.

Lesenswert: ein nachdenklicher Text von Marc Felix Serrao in der Neuen Zürcher Zeitung: Diversity hat eine angstbesetzte intellektuelle Einfalt produziert.

Bloß mittelbar zum Fall Damore, aber dennoch wichtig: Jordan Peterson über den Mangel an Sorgfalt unter Journalisten.

James Damore, Google und Political Correctness

Heute in Ruhe die völlig unpassend zuweilen als „Anti-Diversity-Manifest“ bezeichneten Reflexionen des ehemaligen Google-Mitarbeiters James Damore gelesen. Den Text kennzeichnen Sachlich- und Nachdenklichkeit, Freundlich- und Höflichkeit; aus jeder Zeile spricht der ehrliche Wunsch, zum Besseren zu wirken.

Nur wer Damores Ausführungen nicht gelesen hat, kann zu einem Urteil wie diesem kommen:

Die Empörung über das in weiten Teilen altbekannte Stereotype wiederkäuende Pamphlet des Software Engineers von Google ist (zu Recht) groß. […] Machen wir uns nichts vor: Die im Dokument deutlich werdenden Ressentiments haben nach wie vor sehr viele Anhänger.

Immer wieder drollig, Die Zeit und/oder Zeit online als Institution für betreutes Schreiben.

Drolliger noch, daß sogleich auch von „Ressentiment“ gesprochen wird. Ist es wirklich zuviel verlangt, diesen auf Nietzsche zurückgehenden und von Scheler (zumeist) segensreich gebrauchten Begriff einmal vernünftig, also nicht-verstellend zu gebrauchen?! Ressentiment ist der geronnene Groll des Machtlosen und Versagers. James Damore hat einen Abschluß der Harvard-Universität. Das sieht mir nicht eben nach dem Profil des typischen Versagers aus…

Wie dem auch sei. Firmen können feuern, wen sie wollen. Oder sollten es wenigstens können. Dennoch gewinnt man den Eindruck, daß es um den Westen nicht gut stehe, wenn ein Mann wie Damore aus solchen Gründen gefeuert wird.

(Siehe auch hier – der FIDE-Titel ließ sich allerdings nicht bestätigen – und hier.)

FAZ polonisiert Verurteilte

Im Jahr 2014 überfielen „junge Männer“ einen 81-jährigen Rentner in dessen Haus und folterten ihn, um an dessen Wertsachen und Geld zu gelangen. Der ältere Herr verlor dadurch sein Leben. Nun wurden die Täter erneut verurteilt – nicht wegen Mordes, sondern wegen Raubes mit Todesfolge, bzw. schweren Raubes. Ihre Namen: Almir R., Hasrit S., Madonna R., Meto K., Murat C. (Einer der Genannten war nicht am Tatort, aber an der Planung beteiligt.)

So weit, so schlimm. Eine gesonderte Perfidie leistet sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sie macht aus den Verurteilten Polen; wie hier ersichtlich: Jerzy S. und Mariusz F.

Ob dies den „Gehässigkeiten der Tagespolitik“ folgt, wie Ulrich Elkmann vermutet, oder anderen Beweggründen entspringt, die auf Friedrich Engels‘ Gehässigkeit den weniger zahlreichen Völkern Ostmitteleuropas gegenüber und dasjenige zurückgehen, was man als imperiales Gutmenschentum bezeichnen könnte – es scheint, als sei das Wort „Nannymedien“ allzu blaß und freundlich, um dergleichen zu bezeichnen. Auch „Lückenpresse“ trifft’s nicht, denn eine suggestio falsi geht über eine suppressio veri hinaus.