Sozialpartner in der Betreuungsindustrie

Ein Anblick zum Mäusemelken sind
Die fetten Keiler auf den Podien
Sinnloser Kongregationen, in Tagungszentren
Sich mästend von erpreßten Spesen,
Gottkönige des Fortschritts.

Schwerer
Bist Du zu ertragen, Kenner
Der windigen Szene, verbohrter
Jüngling und Gutmensch, Stipendien-
Schlucker,
Ressentiment im gelben Gesicht:

Verloren, jeder „Beweis“führung aus-
Geliefert, ein Rausch kenntnislosen Verdachts,
Eigener Scheuklappen Freund,
Zu feige für eigene Kinder,
Knüpfer der Schlinge, mit der Du
Wirst abgewürgt werden.

Dreist
Versprechen Dir viele, aufzustehen
Für Toleranz, gegen Unterdrückung zu ziehen
Mit dem Nachwuchs der Mauermörder.
Die Freiheit, sie wird die Partie
Verlieren. Denn es wechseln bloß
Ihr Panier die Vernichter:
Die Lust der Meute bleibt Mord.

***

Aus: Karsten Dahlmanns, Sonderlichs Sondierungen, Norderstedt 2018, über Amazon und in allen Buchhandlungen erhältlich. Eine weitere Leseprobe finden Sie hier und hier.

Der volle Titel des Gedichts lautet übrigens: „Sonderlich liest fortschrittliche Lyrik, verläßt das Haus, um sich eine Hose zu kaufen, und notiert nach der Rückkehr mit einer Feder auf einem Bogen handgeschöpften Büttenpapiers, den er mit der Überschrift „Sozialpartner in der Betreuungsindustrie“ versieht:“.

„Du wirst nicht erst Mutter, du bist schon eine.“

Schöner Artikel auf dem Blog „Nolite Timere“: 

Es ist dein Kind. Es ist auf dich angewiesen. Du wirst nicht erst Mutter, du bist schon eine. […]

Von dir wird nicht verlangt, dich „für dein Kind zu entscheiden“. Von dir wird verlangt, dich nicht dafür zu entscheiden, dein Kind zu töten. Was du nach seiner Geburt machst – ob du es behältst oder zur Adoption freigibst (auch das ist möglich), welche Beziehung du weiterhin zu seinem Vater hast, ob du bald wieder arbeiten gehst oder erst einmal zu Hause bleibst – das alles musst du selber entscheiden, wie es für dich am besten ist. Aber es ist nicht in Ordnung, zu einem Arzt zu gehen, der einen Schlauch in deine Gebärmutter einführen soll, um dein Kind durch Saugluft in Stücke zu reißen und seine einzelnen Gliedmaßen herauszusaugen. So sieht eine Abtreibung im ersten Trimester aus. 

Es lohnt, den ganzen Text zu lesen.  (Sie werden auf dem Blog dort manches finden, dem Sie nicht zustimmen wollen oder können. Das eben ist die Vielfalt, derer wir, wie immer wieder unterstrichen wird, so dringend bedürfen.)

Jordan Peterson auf Deutsch: wie’s scheint, ein großes Unglück

Liest man die Rezensionen der deutschsprachigen Version von Jordan Petersons 12 Rules for Life bei Amazon, gewinnt man den Eindruck, da sei etwas schiefgelaufen:

Die Übersetzung verzerrt das ganze Werk dermaßen, dass es sich hier vielmehr um eine Fälschung als um eine Übersetzung handelt. Also: bitte einstampfen, neu übersetzen und dann neu veröffentlichen.

Oder:

Absolut schreckliche Übersetzung. An manchen Stellen liest es sich mehr wie eine Parodie des Original.

Oder:

Die Übersetzung ist eine Frechheit, die eigentlich juristische Konsequenzen zeitigen müsste!

Sehr empfehlenswert wirkt der ausführliche  Kommentar, den Bernhard Lassahn zur deutschen Übersetzung des Petersonschen Meisterwerks – denn das ist es – verfaßt hat. Lassahn macht die Sünden der beiden Peterson-Übersetzer an einem längeren Beispiel dingfest.

Es ist kaum zu glauben, was Lassahn berichtet. Und dies auch dann, wenn man zugesteht, daß der vordergründig plaudernd wirkende, doch sehr durchgeformte, zuweilen sehr knappe und stets auf den jeweils erwünschten Lern-Effekt hin kalibrierte Stil Petersons schwer in eine andere Sprache zu bringen sei.

Doch heißt das nicht, daß es unmöglich sei. Man braucht bloß zweierlei zu tun, nämlich (1) das Original zu achten, z.B. die Kapitelüberschrift

Set your house in perfect order before you criticize the world

nicht banalisierend verballhornen als

Räum erst einmal dein Zimmer auf, ehe du die Welt kritisierst.

Jeder nur halbwegs mit dem Englischen Vertraute dürfte zustimmen, daß mit dieser Übersetzung alle moralische und metaphysische (metaethische, anthropologische) Wucht verpufft, die im Unterton des Original geborgen lag. Von dem flapsigen Einschub „erst einmal“ ganz zu schweigen.

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Vor der UN-Klimakonferenz in Katowice

Katowice trifft seine Vorbereitungen. Gestern ließ sich gerade eben noch dort parken, wie ich es gewohnt bin. (Zumeist sehr freundliche) Polizisten sperren die Straßen um das Kongreßzentrum ab, wo das nächste Konzil der Weltklima-Kirche stattfinden wird.

Wie jede Religion, jedes Religionssurrogat erzeugt auch die Klima-Hysterie ihren spezifischen Kitsch. Oberhalb der Trogstrecke an der östlichen Einfahrt zur Innenstadt von Katowice stehen gedrungene Plakat-Stelen, die die UN-Klimakonferenz ankündigen; auf einer von ihnen ist „Changing together“ zu lesen. Welche Tiefe schlummert in diesem Doppelsinn! Da muß Eine/r lange getextet haben. Mir jedenfalls ist das zu gefühlig und vor allem zu kollektivistisch. Leute, die immer alles zusammen erledigen wollen, wecken in mir ein Unbehagen, das von Büchern über die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts kaum gemildert wird.  Ich stecke den Kopf tiefer in Schal und Kragen, stapfe weiter; es weht ein eisiger Wind von den Hochhäusern her.

Immerhin: der Weihnachtsmarkt am kürzlich neugestalteten Rynek funktioniert wie gewohnt. Junge Frauen stehen unbekümmert an den Buden, eine von ihnen trägt einen Stoffbeutel mit dem Aufdruck „gryfno frelka“. Und Absperrungen, wie sie die Glühwein-Festung am Breitscheidplatz zu Berlin schützen, braucht’s auch nicht.

Janice Fiamengo über die Hexenjagd auf Alessandro Strumia

Der italienische Physiker Alessandro Strumia hat sich erfrecht, die Sexismus-These anzuzweifeln; für ihn gibt es nicht deshalb weniger Frauen in den führenden Rängen der Physik, weil sie von einer „gläsernen Decke“ oder sonstwelchen Machinationen weißer heterosexueller Männer daran gehindert würden, sondern aus anderen Gründen. Über alles Weitere unterrichtet uns Janice Fiamengo in diesem sehens- und bedenkenswerten, freilich auch bestürzenden Video.

Was ist mit den Natur-„Wissenschaftlern“ los? Entweder lassen sie sich kaufen, oder sie kochen ihr misogynes Süppchen. Kein Wunder, daß die Mondlandung, wie jedermann weiß, ein Fake war.