Joe Biden vs. Thomas Sowell (1987)
|

Joe Biden vs. Thomas Sowell (1987)

Eine kuriose Begegnung: Während der Anhörungen im Rahmen der (gescheiterten) Nominierung Robert Borks für den Supreme Court of Justice der Vereinigten Staaten von Amerika trifft – hier ab etwa Minute 2 des Films – Senator Joseph „Joe“ Biden, Jr. auf Thomas Sowell, der in diesem Blog bereits viele Auftritte hatte. Drollig ist, daß Sowells erste Entgegnung auf Biden gleich auf dasjenige hinauswill, was heute „Virtue Signalling“ genannt wird; dann geht es über die Nachteile von Affirmative Action weiter. Hörens- und sehenswert.

|

Wie Neuseeland Freiheit und Wohlstand wiederherstellte

Empfehlenswerter Film von Johan Norberg über die jüngere Geschichte Neuseelands. Nachdem die Wirtschaft des Inselstaates in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unter einem Wust von widersinnigen Subventionen, Importbeschränkungen und sonstigen Regulierungen erstickt worden war, zogen sich die Neuseeländer am eigenen Schopf aus dem Morast: durch kluge Wahlentscheidungen, Deregulierung und Eigeninitiative. Ein Lehrstück! Als solches lohnt es nicht zuletzt für schwermütige Kontinentaleuropäer, wiewohl man einwenden mag, daß der Film um knapp 10 Minuten hätte gekürzt werden können.

Radosław Gajdas und Natalia Szcześniaks empfehlenswerter Architektur-Vlog
|

Radosław Gajdas und Natalia Szcześniaks empfehlenswerter Architektur-Vlog

Prokrastination ist Freiheit, und sie trägt Früchte. So bin ich vor einiger Zeit auf den Videoblog von Radosław Gajda und Natalia Szcześniak gestoßen. Hier werden interessante Geschichten über Gebäude und Städte erzählt – voller Leidenschaft für die Sache, mit bemerkenswerter (auch technischer) Eleganz, dem Blick für das Wesentliche und ebenjene Kleinigkeiten, die ein Gemäuer oder eine Ansammlung von Gemäuern liebenswert machen. Leider sind diese Vlogs „nur“ auf Polnisch verfügbar, wenn man von derzeit 16 Filmen in englischer Sprache oder mit englischen Untertiteln absieht. Aber auch den des Polnischen Unkundigen empfiehlt sich ein Blick hinein.

Die nachfolgenden beiden Episoden habe ich mir angeschaut und kann sie besten Gewissens empfehlen.

|

Kalifornien vs. Texas

Da ist nicht viel zu erklären: Viele Leute verlassen Kalifornien, weil das progressive Paradies an der Westküste seine Nachteile hat. Nicht nur solche ästhetischer und moralischer Natur, sondern auch solche zählbaren Zuschnitts. Siehe untere Aufstellung für Umsatz-, Körperschafts- und Einkommenssteuer (Screenshot aus dem Film). So sieht echte Konkurrenz innerhalb eines föderalen Systems aus.

…und nun, ohne besonderen Anlaß, ein Nebelhorn auf den Shetland-Inseln
|

…und nun, ohne besonderen Anlaß, ein Nebelhorn auf den Shetland-Inseln

Dies sind der Leuchtturm und das Nebelhorn von Sumburgh Head am Südende der Shetland-Inseln.

Es gibt ein nettes Filmchen von kaum zweieinhalb Minuten Länge – und ohne Worte -, wie das Ding zum Tuten gebracht wird. Sehr zu empfehlen als kurze Auszeit, bevor man sich der nächsten Aufgabe widmet. Hören Sie hier:

Bild: Ronnie Robertson via Wikimedia Commons. Lizenz CC BY-SA 4.0.

|

Adam Smith: Moralphilosophie und Marktwirtschaft

Eine lohnende Einführung in Leben und Werk von Adam Smith, die deutlich macht, wie sehr Smiths ökonomisches Denken von seiner Moralphilosophie bestimmt und gerechtfertigt wird, sie auf ersteres zurückwirkt, indem sie Tugenden umreißt, ohne die eine freie, auf der Markt- und Unternehmerwirtschaft basierende Gesellschaft nicht zu bestehen mag. Der gut gemachte Film von knapp einer Stunde Dauer räumt mit einigen Klischees über den schottischen Denker und „liberales“ Denken, „gierige“ Bürger usw. auf; schon deshalb empfiehlt er sich. Nach 23 Minuten, 30 Sekunden findet sich ein köstliche Visualisierung dessen, was später Friedrich August von Hayek als The Fatal Conceit bezeichnen wird, die drollige Idee, ein Mensch oder ein Gremium (z.B. in Berlin oder Brüssel) könne planen und ersetzen, was der Markt an Information leistet; nach Minute 36, 10 Sekunden wird verdeutlicht, was Ludwig von Mises als tägliche Volksabstimmung über den Wohlstand der Unternehmer beschreiben wird: unsere Kaufentscheidungen.

|

Roger Scruton: Die Pforten, durch die das Sakrale auf uns wirkt

Interessanter Vortrag des unlängst verstorbenen Sir Roger Scruton über das Sakrale. Die Anlage des Vortrags verdient Augenmerk, weil sie vordergründig mißlungen wirken könnte. Sir Roger vollzieht die Grenzen des naturwissenschaftlich-säkular geprägten Weltbilds nach, bestimmt den Raum des Sakralen und beschreibt die Pforten, durch die das Sakrale – bestimmt u.a. als das Desekrierbare – auf uns wirkt. Aus katholischer Perspektive wäre einzuwenden, daß der Philosoph über neun Zehntel seines Vortrags bloß Fast-Sakrales bespricht, gleichsam vor der Schwelle des Eigentlichen tändelt. Darin aber liegt die Pointe dessen, was Scruton ausführt; Sir Roger zeigt in sehr zivilisierter, gleichwohl deutlicher Weise, daß der Gläubige das Sakrale genau deshalb erhält, weil er es als Inhalt seines Glaubens der Welt aufpfropft, einem Philosoph dergleichen jedoch als Verstoß gegen die Regeln seines Handwerks, eine petitio principii aufstoßen muß. Und daß bereits diesseits des Sprungs in den Glauben das Sakrale aufzufinden sei.

|

Rabbi Jonathan Sacks über „Cancel Culture“, menschliche Freiheit und Vergebung

Außerordentlich hörenswerte Bemerkungen von Rabbi Sir Jonathan Sacks über die grassierende „Cancel Culture“, das Zur-Strecke-Bringen tüchtiger Leute für Kleinig- und Nichtigkeiten, die teils weit zurückliegen, über den Zusammenhang von menschlicher Freiheit und Vergebung. Brillant ausgeführt, knapp und humorvoll, mit angemessener Schärfe, erstaunlich in seiner Tiefe – vom Banal-Politischen bis ins Religiöse (und Religiös-Existentielle) reichend. In englischer Sprache, von einer Viertelstunde Länge.

Helfen wollen vs. helfen
|

Helfen wollen vs. helfen

Die Unternehmerin Magatte Wade mit John Stossel über die Schwierigkeiten, in Afrika Arbeitsplätze und also nachhaltigen, wachsenden Wohlstand zu schaffen: Überwältigend komplizierte, jegliche Initiative behindernde oder gar erstickende Steuer- und Zollbestimmungen der dortigen Staaten, Korruption – und schließlich „helfende“ Erstweltler, etwa eine US-Firma, die ihren Kunden anbietet, für jedes in den Vereinigten Staaten verkaufte Paar Schuhe ein weiteres Paar in das Afrika südlich der Sahara zu schicken, um Armut zu bekämpfen. Was dabei herauskommt: eine Zerstörung der örtlichen Schuhmacher-Betriebe. Lehrreiche sechs Minuten (in englischer Sprache).