Der Verfassungsrichter und die Litanei um Demut

Clarence Thomas ist ein interessanter Mann. Aus äußerst ärmlichen Verhältnissen stammend, eine Kindheit inmitten von Analphabetismus, des Englischen nicht mächtig, gelehrt von katholischen Nonnen, aufgestiegen zu einem der Verfassungsrichter der Vereinigten Staaten von Amerika – also (bis zu dessen Ableben) Kollege Antonin Scalias, der auf diesen Seiten bereits ausführlich zu Wort gekommen ist.

Das Interview mag zu Beginn ein wenig seltsam wirken, weil Thomas von seiner Frau interviewt wird, der Stil „kritischen“ Europäern wenig zusagen dürfte. Sehen Sie es sich bitte trotzdem weiter an. Zumal – passend in die Zeit vor Ostern – der knapp siebzigjährige Verfassungsrichter beschreibt, welche große Rolle in seinem Leben die Litanei um Demut gespielt hat und weiterhin spielt. (Siehe auch die englische Version, auf die sich Ginni und Clarence Thomas beziehen.)

Sollen wir’s wagen, etwas daraus zu zitieren, nachdem schon so vor- und nachsichtig von der „Zeit vor Ostern“ geschrieben worden ist?

Jesus, gewähre mir die Gnade, das zu wünschen, daß andere höher geschätzt werden als ich; Jesus, gewähre mir die Gnade, das zu wünschen, daß andere mehr geliebt werden als ich; Jesus, gewähre mir die Gnade, das zu wünschen, daß andere auserwählt werden und ich leer ausgehe; Jesus, gewähre mir die Gnade, das zu wünschen, daß andere Lob erhalten und ich übersehen werde; Jesus, gewähre mir die Gnade, das zu wünschen, daß andere mir in allem vorgezogen werden; Jesus, gewähre mir die Gnade, das zu wünschen, daß andere heiliger werden als ich, vorausgesetzt, daß ich so heilig werde, wie ich soll.

Kein schlechtes Alternativprogramm zur Jagd auf die sprichwörtlichen 15 Minuten Ruhm. Und daß man damit weit kommt – so weit, wie man eben soll (nicht: will) – zeigt das Beispiel Clarence Thomas‘ selbst.

Bitte klicken Sie auf das hier, um zu dem Film zu gelangen.

Thomas Sowell: Kultur macht den Unterschied

„Ich könnte keine einzige Bevölkerungsgruppe irgendwo auf der Welt nennen, die durch politische Maßnahmen aus dem Elend heraus zu Wohlstand gelangt ist.“ Thomas Sowell in einem schon mehr als drei Jahrzehnte alten Interview.

Der Nationalökonom und Soziologe erklärt, weshalb nicht Rasse und Diskriminierung der entscheidende Faktor für das Vorankommen oder Stagnieren einer Bevölkerungsgruppe sind, sondern die Eigenschaften der Kultur jener Gruppe, etwa das Verhältnis zu Treue und Verantwortung oder zur Bildung. Bitte klicken Sie auf das Bild, um zu dem knapp viertelstündigen Film zu gelangen. (Der eingangs genannte Satz folgt nach 9 Min., 45 Sek.)

Shelby Steele: Rassismusverdacht, Beweislastumkehr und Manipulation

Bemerkenswerte Reflexionen über den allgemeinen Rassismusverdacht gegen Weiße und die kaum lösbare Aufgabe, das Gegenteil nachweisen zu müssen, das Handeln von Institutionen, die sich von ihrer Vergangenheit reinwaschen wollen und daher allerlei Widersinniges tun, und die Manipulation der Mehrheit durch eine oder mehrere Minderheiten.

Bitte klicken Sie auf das Bild, um zu dem Film von reichlich zehn Minuten Länge zu gelangen.

„Bo my nie błagamy o wolność, my o nią walczymy.” (Denn wir betteln nicht um Freiheit, wir erkämpfen sie uns.)

Beeindruckendes Video von knapp viereinhalb Minuten über die Geschichte Polens zwischen 1939 und 1989, erstellt im Auftrag des Instytut Pamięci NarodowejBitte klicken Sie auf das Bild, um zur englischsprachigen Version zu gelangen (eigene Film-Website mit zusätzlichen Informationen); die polnische Version finden Sie einen Klick weiter. Das Zitat im Titel stammt von General Witold Urbanowicz und beschließt den Film.

Es ist, aus polnischer Perspektive, sicher klug, mit solchen nach Format und Gestaltung Popkultur-kompatiblen Filmen seinen Standpunkt zu verbreiten. Desto mehr, als die englischsprachige Fassung auf YouTube in zwölf Tagen über 730.000 Aufrufe erhalten hat. Demgegenüber verfügt der die Partisanenkämpfe gegen die sowjetische Besatzungsmacht (nach 1945) darstellende, viele Kritiker enttäuschende Film Historia Roja in seiner DVD-Ausgabe nicht einmal über englische oder sonstige nicht-polnische Untertitel. Ergebnis: keinerlei Außenwirkung.

Nicholas Winton

Der Brite Nicholas Winton rettete in den späten dreißiger Jahren auf eigene Faust 669 jüdische Kinder vor dem sicheren Tod. Für einen kurzen Film über Sir Nicholas klicken Sie bitte das Bild. Weitere Informationen hier.

Jordan Peterson: Zwölf Leitsätze für einen neuen Konservativismus

Trotz der Länge sehr hörenswert. Man muß nicht in allen Teilfragen zustimmen, um aus Jordan Petersons Ausführungen reichen Gewinn zu schöpfen. Es wäre wünschenswert, Vergleichbares einmal aus deutschem Munde und zum Wohle der Bundesrepublik Deutschland zu hören.

Bitte klicken Sie auf das Bild, um zu dem Film zu gelangen. Petersons Vortrag beginnt bei Minute 18.

Steinhöfel über das Netzwerk-Durchsetzungsgesetz

Das permanente Operieren mit unbestimmten Rechtsbegriffen wie „Hate speech“ oder „Fake news“ ist deshalb so geschickt, weil es Verunsicherung in die öffentliche Debatte trägt und zur Verängstigung der Menschen bei der Wahrnehmung ihrer Grundrechte führt.

Ein hörenswerter Vortrag von Joachim Steinhöfel in Berlin. Bitte klicken Sie auf das Bild, um zu dem Film zu gelangen.