Wissenschaftslogik und Liberalismus

Karsten Dahlmanns: Wissenschaftslogik und Liberalismus. Mit dem Kritischen Rationalismus durch das Dickicht der Weltanschauungen.
Geleitwort von Hans Poser.
Berlin: Weidler Buchverlag 2009, 185 Seiten.

Die vorliegende Schrift wendet sich an Menschen, die in politischen und ethischen Angelegenheiten nach redlicher Orientierung suchen. Sie zeigt allgemeinverständlich, auf welche Weise sich aus dem Kritischen Rationalismus, der die logischen und methodologischen Voraussetzungen der Wissenschaft beschreibt, Denk-Werkzeuge gewinnen lassen, mit denen man nachweislich ungeeignete von womöglich brauchbaren Antwortversuchen auf politische und ethische Fragestellungen unterscheiden kann. Wer die Auffassung für trostlos hält, man habe sich in den unserer Tage modischen Relativismus zu fügen, wird in diesem Buch ein Gegenmittel finden.

So ist Dahlmanns schon im Methodologie-Teil ein neuartiger Wurf gelungen, ethischen Positionen kritisch zu begegnen, indem er auf subtile Weise zeigt, wie sich Poppers wissenschaftstheoretische Methodologie fruchtbar zu kritisch-liberaler Rationalität im Bereich der Wissensvoraussetzungen des Handelns ausbauen läßt. Der anwendungsorientierte Teil zeigt dann, wie solche Methodik in der entwickelten Weiterführung erfolgreich zu einer rationalen Analyse von wertenden Aussagen verwendet werden kann.

Aus dem Geleitwort von Hans Poser

Inhalt

Einleitung

Einschränkung

… und Liberalismus?

Welcher Liberalismus?

Der Verlauf

I Die Grundlagen
1 Die Grundlagen als Voraussetzungen

Die Voraussetzungen bei der Suche nach den Voraussetzungen

Logik als Voraussetzung

Es gibt Voraussetzungen, die man nur um einen äußerst hohen Preis anzweifeln kann

Wissenschaftslogik als Voraussetzung

2 Fakt und Wert

Der Naturalistische Fehlschluß in der Wissenschaft

Verborgene Wertmaßstäbe

Unsere Antwort auf das Problem des Wertmaßstabs

Wie das Prüf-Organon den Naturalistischen Fehlschluß vermeidet (i): Die Strategie „Prüfe, was Du prüfen kannst!“

Wie das Prüf-Organon den Naturalistischen Fehlschluß vermeidet (ii): Reformulierbarkeit

3 Die Gestalt des Prüf-Organons

Das Abgrenzungskriterium

Das Abgrenzungskriterium ist kein Sinnkriterium

Das Abgrenzungskriterium als Angelpunkt einer Tugendlehre

Die Zielsetzung der Erfahrungswissenschaft

Die vier Forderungen der Wissenschaftslogik

Das WuL-Prinzip

Prinzip, Regeln, Material: Vom Prinzip zur Durchführung

Herumflicken à la Hayek

Die Gestalt des Prüf-Organons

Das Sprach-Problem

II Durchführung
1 Nicht falsch sein
1.1 Vorstellung des Denk-Werkzeugs

Die Falsifikation

Die logischen Grundlagen der Falsifikation

Empirie als Überraschung

Zum Basisproblem

In Zweifelsfällen: Deduktion heterotyper Prüfsätze!

Falsifikation und Quasi-Falsifikation

Die moralische Funktion der Quasi-Falsifikation

Liberalis

1.2 Anwendungsmöglichkeiten

Anwendung in der Staatsphilosophie (i): Heiße Luft

Anwendung in der Ethik des Guten Lebens: Willkommen auf der Krebsstation!

Anwendung in der Kulturanthropologie: No Paradise Lost

Anwendung in der Staatsphilosophie (ii): Demokratien, ferngesteuert

Anwendung in der Staatsphilosophie (iii): Die Deduktion heterotyper Prüfsätze und die „Auschwitz-Lüge“

Anwendung in der Staatsphilosophie (iv): Der Westen und der Süden

Anwendung in der Geschichtsphilosophie: Überflüssige, schädliche Revolutionen

Anwendung in der Staats- und Sozialphilosophie, sowie der Sozialpsychologie: Die „verdorbenen“ Bürger

2 Falsch sein können
2.1 Vorstellung der Denk-Werkzeuge

Konsistenz

Konsistenz als Auftrag

Was keine Inkonsistenz bildet

Der Performative Selbstwiderspruch, nachgewiesen durch den PS-Test

Der PS-Test schafft Orientierung und verteidigt

Falsch sein können: Die Abwesenheit von Immunisierungsstrategien

Immunisierungsstrategie (i): Die Zuschreibung von Unfehlbarkeit

Immunisierungsstrategie (ii): Essentialismen

Immunisierungsstrategie (iii): Der Gebrauch para-empirischer Prädikate

Immunisierungsstrategie (iv): Konventionalismus

Immunisierungsstrategie (v): Okkultes

Technisierung, Bürokratisierung, Immunisierung

2.2 Anwendungsmöglichkeiten (Konsistenz)

Anwendung in der Geschichtsphilosophie: Verweichlichtes Albion, mannhaftes Deutschland

Anwendung in der Staatsphilosophie (i): Die „Widersprüchlichkeit“ unserer Gesellschaft

Anwendung in der Staatsphilosophie (ii): Intellektueller Imperialismus?

Anwendung in der Staatsphilosophie (iii): Dalrymples Ent-Regionalisierung

Anwendung in der Moralphilosophie: Keine Selbst-Exkulpation durch soziologisierendes oder psychologisierendes Gerede

Anwendung in der Kulturphilosophie: Beredte Einsamkeit, brillanter Selbsthaß

2.3 Anwendungsmöglichkeiten (Immunisierung etc.)

Anwendung in der Staatsphilosophie (i): Wir Halb- und Unfreien?

Anwendung in der Staatsphilosophie (ii): Keine Demokratie?

Anwendung in der Staatsphilosophie (iii): Die Wahl des Wahlrechts

Anwendung in der Staatsphilosophie (iv): Europa?

Anwendung in der Staats- und Geschichtsphilosophie (i): Das „richtige“ Volk

Anwendung in der Staats- und Geschichtsphilosophie (ii): Ist der Kulak ein Feind? Der Feind ist ein Kulak!

Anwendung in der Sozialphilosophie: Die Gesellschaft! Wer sonst?

Anwendung in der Sozialphilosophie und Ethik des Guten Lebens: Scheintiefe Entlarvungen

Anwendung in der Sozial- und Geschichtsphilosophie: Enzensberger über die Wurzeln aller Politik

Anwendung in der Staatsphilosophie (v): Mundtot per scheintiefer Entlarvung

Anwendung in der Staats-, Sozial- und Moralphilosophie (i): Kritikimmunisierende Füllwörter, das Wiesel-Wort „sozial“ und die Außerkraftsetzung des Rechts

Anwendung in der Staats-, Sozial- und Moralphilosophie (ii): „Soziale“ Gerechtigkeit in der Praxis

3 Umfassend sein
3.1 Vorstellung des Denk-Werkzeugs

Die quasiinduktive Entwicklung

Die Erweiterung des Anwendungsbereiches

Das schönste Los einer widerlegten Theorie

Nachsicht und Reihenfolge

3.2 Anwendungsmöglichkeiten

Anwendung in der Staatsphilosophie (i): Des Narren Wunderhorn

Anwendung in der Moralphilosophie: Hoerster/Humesche Interessen

Anwendung in der Staatsphilosophie (ii): Hoerster/Humesche Interessen als ein Kern dessen, was Liberalismus ausmacht

Anwendung in der Staatsphilosophie (iii): Die „guten“ Feinde der Freiheit

Anwendung in der Staatsphilosophie (iv): Halbblinder Antiliberalismus

Anwendung in der Staatsphilosophie (v): Segnungen des Egoismus

Anwendung in der Staatsphilosophie (vi): Leibloser Antiliberalismus, anästhesierender Multikulturalismus

Anwendung in der Kulturphilosophie, sowie der Ethik des Guten Lebens (i): Ein umfassendes Bild der Mechanismen, die Evolution ermöglichen

Anwendung in der Kulturphilosophie, sowie der Ethik des Guten

Lebens (ii): Übersehene Liebe, wucherndes Unglück

Anwendung in der Kulturphilosophie, sowie der Ethik des Guten Lebens (iii): Boschs Ende, unsere Verarmung

Anwendung in der Staatsphilosophie (vii): Es wähle der Bürger, wessen er sich widme. Ein weiterer Kern des Liberalismus

Anwendung in der Moral- und Staatsphilosophie: Der Neid

Anwendung in der Staats- und Kulturphilosophie, sowie der Ethik des Guten Lebens: Das Bürgerliche jenseits des unmittelbar Interessenfundierten

4 Tiefe zeigen
4.1 Vorstellung des Denk-Werkzeugs

Tiefe aus Einheitlichkeit

Das Fortfallen willkürlicher Zusatzannahmen

Die Anwendung auf die Empfehlungen

4.2 Anwendungsmöglichkeiten

Anwendung in der Staatsphilosophie (i): Friede per FiatAnwendung in der Staatsphilosophie (ii): Sozialstaat, Atomismus, akademischer Antiliberalismus

Anwendung in der Staats-, Sozial- und Moralphilosophie: Mit ein wenig Disziplin Ethik und Recht auseinanderhalten

Anwendung in der Staats- und Sozialphilosophie, sowie der Ethik des Guten Lebens: Als Freier unter Freien auf allen Registern der Freiheit spielen

Anwendung in der Staatsphilosophie (iii): Untiefen des Paternalismus

Anwendung in der Kulturphilosophie, sowie der Ethik des Guten Lebens: Technik oder Kultur? Technik und Kultur!

Anwendung in der Staatsphilosophie (iv): „Bedrohte“ Frankophone, hysterischer Humanismus

Anwendung in der Staats- und Moralphilosophie: Uneinheitlichkeit vs. Israel

III Abschließende Betrachtung

Antiliberalismus und Antisemitismus

Wissenschaftslogik verteidigt

Für ein Linsengericht?

Das Ethische jenseits der Begründung

Anti-Antiliberalismus

Literaturverzeichnis