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Antirationalismus Ökologismus Religionssurrogate

Global Warming 2019

Wie man hört, sind im Westen der USA – eine Woche nach Herbstanfang – drei Fuß Schnee gefallen. Und das nicht in einer kleinen Ecke, sondern in den Staaten Kalifornien, Oregon, Washington, Montana, Idaho, Nevada und Utah. Da wurde irgendjemand nicht gebrieft.

Drei Fuß entsprechen 91,44 cm.

(Bild: Jason Gillman, Pixabay.)

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Ökologismus Video

Jordan Peterson über (den Kampf gegen) den Klimawandel

Jetzt werden Sie einwenden: „Was hat ein klinischer Psychologe über den Klimawandel oder Bemühungen zu sagen, die den Klimawandel mindern sollen?“ Völlig richtig. Dennoch lohnt es, die sechseinhalb Minuten zu investieren. Denn Jordan Peterson betrachtet die Angelegenheit als komplexes Problem und im Hinblick auf Ziel-Hierarchien, unterstreicht, wie wenig wir wissen, mit welchen Unschärfen Lösungsvorschläge geschlagen sind, welche überraschenden, da mutmachenden Fakten berücksichtigt werden sollten usw. Die Bundesrepublik Deutschland kommt auch vor. Als Negativbeispiel.

Außerdem ist Petersons kurze Stellungnahme in Stil und Durchführung unnachahmlich. In diesem Video beginnend mit der Frage an Peterson nach 20 Minuten und 20 Sekunden;

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Antirationalismus Stil im Alltag

Vor der UN-Klimakonferenz in Katowice

Katowice trifft seine Vorbereitungen. Gestern ließ sich gerade eben noch dort parken, wie ich es gewohnt bin. (Zumeist sehr freundliche) Polizisten sperren die Straßen um das Kongreßzentrum ab, wo das nächste Konzil der Weltklima-Kirche stattfinden wird.

Wie jede Religion, jedes Religionssurrogat erzeugt auch die Klima-Hysterie ihren spezifischen Kitsch. Oberhalb der Trogstrecke an der östlichen Einfahrt zur Innenstadt von Katowice stehen gedrungene Plakat-Stelen, die die UN-Klimakonferenz ankündigen; auf einer von ihnen ist „Changing together“ zu lesen. Welche Tiefe schlummert in diesem Doppelsinn! Da muß Eine/r lange getextet haben. Mir jedenfalls ist das zu gefühlig und vor allem zu kollektivistisch. Leute, die immer alles zusammen erledigen wollen, wecken in mir ein Unbehagen, das von Büchern über die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts kaum gemildert wird.  Ich stecke den Kopf tiefer in Schal und Kragen, stapfe weiter; es weht ein eisiger Wind von den Hochhäusern her.

Immerhin: der Weihnachtsmarkt am kürzlich neugestalteten Rynek funktioniert wie gewohnt. Junge Frauen stehen unbekümmert an den Buden, eine von ihnen trägt einen Stoffbeutel mit dem Aufdruck „gryfno frelka“. Und Absperrungen, wie sie die Glühwein-Festung am Breitscheidplatz zu Berlin schützen, braucht’s auch nicht.

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Antikapitalismus Antirationalismus Political Correctness Religionssurrogate Stil im Alltag

Denver, 29. April 2017: Marsch gegen Erderwärmung eines Schneesturms wegen abgesagt

Am besten gefällt mir persönlich die kleine Tafel mit der Aufschrift „Climate Change is Real“ am unteren Bildrand. Zweifellos. Gut, daß die Intelligenzler ihre Funktionsjacken etc. tragen. Allerdings handelt es sich dabei um Produkte, die ohne die verhaßte Erdölindustrie kaum zu haben wären. (Quelle.)

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Ökologismus Religionssurrogate Video

Sag mir, wo die Adler sind

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Geschichte Negative Freiheit

Mit Rudyard Kipling zum neuen Jahr (II): Norman and Saxon

My son,“ said the Norman Baron, „I am dying, and you will be heir
To all the broad acres in England that William gave me for share
When he conquered the Saxon at Hastings, and a nice little handful it is.
But before you go over to rule it I want you to understand this:–

„The Saxon is not like us Normans. His manners are not so polite.
But he never means anything serious till he talks about justice and right.
When he stands like an ox in the furrow – with his sullen set eyes on your own,
And grumbles, ‚This isn’t fair dealing,‘ my son, leave the Saxon alone.

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Antiamerikanismus Antikapitalismus Antirationalismus Political Correctness

Wissenschaftler an Höhlenmensch: Ich bin nicht gekauft!

Der renommierte Klimaforscher Roy W. Spencer gibt auf seiner Website einige Auskünfte über sich selbst. Dort heißt es:

Roy W. Spencer received his Ph.D. in meteorology at the University of Wisconsin-Madison in 1981. Before becoming a Principal Research Scientist at the University of Alabama in Huntsville in 2001, he was a Senior Scientist for Climate Studies at NASA’s Marshall Space Flight Center, where he and Dr. John Christy received NASA’s Exceptional Scientific Achievement Medal for their global temperature monitoring work with satellites. Dr. Spencer’s work with NASA continues as the U.S. Science Team leader for the Advanced Microwave Scanning Radiometer flying on NASA’s Aqua satellite. He has provided congressional testimony several times on the subject of global warming.

Spencer fährt fort:

Dr. Spencer’s research has been entirely supported by U.S. government agencies: NASA, NOAA, and DOE. He has never been asked by any oil company to perform any kind of service. Not even Exxon-Mobil.

Es gereicht unserer Zeit zur Schande, daß ein renommierter Wissenschaftler dergleichen überhaupt bemerken muß! Und welchen Ekel muß Spencer empfunden haben, als er diese Zeilen geschrieben hat! Denn er weiß natürlich, daß Datenfälschungen früher oder später auffliegen. Die Wissenschaft ist ein weit robusteres System zur Auffindung objektiver Erkenntnis, als der durchschnittliche Wissenssoziologe, Kulturrelativist oder Revoluzzer sich träumen läßt.

Weshalb dem so sei? Nun, wenigstens zweier Regeln wegen, die dafür sorgen, daß die Wissenschaft von unserer Erfahrungswirklichkeit handle, nicht aber von irgendeiner anderen, logisch möglichen Welt.

(1) Die Reproduzierbarkeitsregel

In die empirische Wissenschaft dürfen nur solche Sätze Eingang finden, die – ob Prüf- oder Basissatz, ob Theorie-Vorschlag – einen „Effekt“[1] beschreiben. Ein Effekt unterscheidet sich von sonstigen Beobachtungen dadurch, „daß er sich regelmäßig und von jedem reproduzieren läßt, der die Versuchsanordnung nach Vorschrift aufbaut“[2]; „nichtreproduzierbare Einzelereignisse sind […] für die Wissenschaft bedeutungslos“[3].

Folglich darf ein Experiment überhaupt nur dann ernstgenommen werden, wenn es zu Effekten führt, die sich (prinzipiell[4]) reproduzieren und also überprüfen lassen. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß ein jeder „die experimentelle Anordnung nachträglich […] kontrollieren“[5] und das betreffende Experiment „mit besonderer Kontrolle der möglichen Störfaktoren“[6] wiederholen kann. Selbst Betrügereien – „daß die beobachtenden Assistenten möglicherweise unzuverlässig waren, daß ein Magnet am Plafond des Laboratoriums hätte versteckt sein können“[7] – sollten so aufzudecken sein. Datenfälschungen dürften diesem Mechanismus kaum lange standhalten.

Mit einem Wort: Reproduzierbarkeit (Überprüfbarkeit) sorgt für Objektivität. Daß tatsächlich überprüft wird, dafür sorgen Neugier und Ehrgeiz der Forscher.

(2) In Zweifelsfällen: Deduktion heterotyper Prüfsätze

Wo unklar ist, was von einer Theorie, bzw. dem Experiment zu deren Überprüfung zu halten sei, empfiehlt Gunnar Andersson, „aus einem problematischen Prüfsatz und einer Hilfshypothese einen heterotypen Prüfsatz, d.h. einen Prüfsatz anderen Typs, abzuleiten.“[8] Im Anschluß könne der erste Prüfsatz „durch Überprüfung des heterotypen Prüfsatzes […] kontrolliert und kritisch diskutiert werden.“[9] Wie Andersson ausführt,

 „kann z. B. der Prüfsatz, daß es an einer bestimmten Raum-Zeit-Stelle einen Fixstern gibt (Pk), dadurch überprüft werden, daß mit einer Hilfshypothese […] prognostiziert wird, daß der Stern in einem Fernrohr punktförmig aussieht […]. Wenn der Stern in einem Fernrohr nicht punktförmig aussieht, dann folgt, daß es sich nicht um einen Fixstern handelt, d. h., daß der Prüfsatz Pk falsch ist […]. So kam Herschel durch Beobachtung der Scheibenform des Uranus 1781 zu der Auffassung, daß Uranus kein Fixstern sein könne. Viele solcher Beispiele der Kritik von Prüfsätzen mit heterotypen Prüfsätzen können in der Wissenschaftsgeschichte gefunden werden.“[10]

Nicht nur Theorien, sondern auch Prüf- oder Basissätze (z.B. Klimadaten) können sich als falsch erweisen. Dafür haben wir die Möglichkeit, Prüf- oder Basissätze „aufgrund ihrer deduktiven Konsequenzen“[11] selbst zu überprüfen. Durch solche „Querprüfungen“ lassen sich Datenfälschungen (oder Versehen) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auffinden.

Rejoice, Ye Pure of Heart

Wissenschaft ist möglich, ganz gleich, was Troglodyten oder Proktophantasmisten meinen. Wenn es weniger schlimm um unsere Schulbildung und Medien stünde, bräuchte ein ehrenwerter Mann wie Dr. Roy W. Spencer sich nicht im Vorhinein gegen absurde Vorwürfe zu verteidigen.

***

[1] Karl R. Popper, Logik der Forschung. Tübingen 1976, S. 19. [2] Ebd., Hervorhebung von mir. [3] Ebd., S. 54. [4] Ebd., S. 55, Fußnote. [5] Gunnar Andersson, Kritik und Wissenschaftsgeschichte. Tübingen 1988, S. 157. [6] Ebd. [7] Ebd. [8] Ebd., S. 185. [9] Ebd. [10] Ebd. [11] Ebd., S. 186; vgl. Popper, a.a.O., S. 76, Zusatz (5). Mehr zum Thema hier.

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Antirationalismus Ökologismus Religionssurrogate Wissenschaft

Vom Glauben an die Vernunft

Zbliżenia interkulturowe 9 (2011)

Dirk Maxeiners Buch „Hurra, wir retten die Welt! Wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umspringen“ läßt sich auf (wenigstens) zwei Weisen lesen. Man kann sich auf die Schilderung des Irrationalen darin konzentrieren und verzagen. Oder sich von Maxeiners Vertrauen in Vernunft und Wissenschaft inspirieren lassen.

Die Klimadebatte kreist um die Hypothese von der anthropogenen Erderwärmung, die behauptet, daß die Kohlendioxid-Emission von Industrie, Verkehr und Haushalten das Klima in entscheidender Weise beeinflusse. Bundeskanzlerin Angela Merkel, selbst promovierte Naturwissenschaftlerin, schließt diesbezüglich jeden Zweifel aus.[1] Doch liegen die Dinge weit weniger eindeutig. Wie Maxeiner ausführt, werde die Hypothese durch die Erfahrungswirklichkeit widerlegt; zum einen wirke sich eine erhöhte Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre weit weniger auf deren Temperatur aus, als die Prognosen voraussetzen; zum anderen habe seit 2001 keine Erwärmung stattgefunden, obwohl Industrie, Verkehr und Haushalte weiterhin fossile Energieträger verbrannt haben. Vor diesem Hintergrund „bleibt vom anthropogenen Treibhauseffekt nicht mehr viel übrig.“ (S. 49)

Der zweite Teil des Buches handelt von den außerwissenschaftlichen Einflüssen auf die Klimaforschung, welche der erste Teil bewußt ignoriert hat. Dazu zählen Politik, veröffentlichte Meinung (Medien), Nichtregierungsorganisationen und leider auch das unmoralische Verhalten gewisser Wissenschaftler, wie der Skandal um die Climate Research Unit (CRU) in Großbritannien gezeigt hat. Dort wurden Daten gefälscht oder, wenn von Skeptikern angefordert, „verloren“, die Redaktionen wissenschaftlicher Zeitschriften (in wenigstens einem Fall erfolgreich) unter Druck gesetzt, dissidente Aufsätze abzulehnen. Maxeiner referiert diese Geschehnisse mit hoher Bemühung um Sachlichkeit, vermeidet es auch dort, wo er deutlich Stellung bezieht, sich zu ereifern – selbst angesichts der Machinationen um die Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Ein gestandener Wissenschaftstheoretiker wie Karl Popper, der die ethische Dimension wissenschaftlicher Tätigkeit zu betonen pflegte, hätte weit Schneidenderes zu bemerken gefunden.