Negative Freiheit

Ein freier Mann verteidigt sein Recht, Waffen zu besitzen

Sehen Sie: dies ist Mark Robinson, ein freier Mann, der die Gesetze achtet, Bürger der USA. Hören Sie, wie er sein Recht auf Waffenbesitz verteidigt – mit den klaren, geraden Worten eines Menschen, der keine Seminare belegen mußte, um das Richtige vom Falschen zu unterscheiden. Er spricht für „die Mehrheit“. Und was er sagt, hat Hand und Fuß:

Wir sind die Ersten, die mit Steuern belegt werden, und die Letzten, wo es um unsere Interessen geht; und wir sind die Ersten, die bestraft werden, wenn so etwas geschieht. (bei 1 Minute 35 Sekunden im Video)

Und:

Sie beschließen ein Gesetz, ich folge dem Gesetz und gebe meine Waffen ab. Und was passiert dann? Die Halb- und Unterwelt auf der anderen Seite der Stadt wird ihre Waffen behalten. (nach 1 Minute 59 Sekunden im Video)

Wie gesagt: Mark Robinson ist ein freier Mann, der die Gesetze achtet.

Jordan Peterson: Zwölf Leitsätze für einen neuen Konservativismus

Trotz der Länge sehr hörenswert. Man muß nicht in allen Teilfragen zustimmen, um aus Jordan Petersons Ausführungen reichen Gewinn zu schöpfen. Es wäre wünschenswert, Vergleichbares einmal aus deutschem Munde und zum Wohle der Bundesrepublik Deutschland zu hören.

Bitte klicken Sie hier, um zu dem Film zu gelangen. Petersons Vortrag beginnt bei Minute 18.

Steinhöfel über das Netzwerk-Durchsetzungsgesetz

Das permanente Operieren mit unbestimmten Rechtsbegriffen wie „Hate speech“ oder „Fake news“ ist deshalb so geschickt, weil es Verunsicherung in die öffentliche Debatte trägt und zur Verängstigung der Menschen bei der Wahrnehmung ihrer Grundrechte führt.

Ein hörenswerter Vortrag von Joachim Steinhöfel in Berlin. Bitte klicken Sie hier, um zu dem Film zu gelangen.

Von wegen Populismus: der andere Blick ostmitteleuropäischer Menschen auf den Staat

David Solway berichtet:

A Romanian friend who suffered through Nicolae Ceaușescu’s dictatorship in his home country tells me that in many ways the situation in the “freedom loving” West is actually worse. In Romania, as in the Soviet Union and the rest of the Eastern Bloc, most people knew that the regime was founded on lies and that the media were corrupt, time-serving institutions. Here, on the contrary, people tend to believe that the government is relatively, if not entirely, trustworthy, that the judiciary is impartial, and that the media actually report the news. Citizens are therefore susceptible to mission creep and are piecemeal deceived into a condition of indenture to socialist governance, an activist judiciary, a disinformative, hireling press corps, and left-wing institutions. People will vote massively for the Liberal Party in Canada and the Democrats in the U.S., not realizing they are voting themselves into bondage, penury and stagnation.

(Ein rumänischer Freund von mir, der die Ceausescu-Diktatur in seiner Heimat durchlitten hat, erklärt mir, daß die Situation im „freiheitsliebenden“ Westen schlimmer sei. Die Menschen in Rumänien, der Sowjetunion und den anderen Ostblock-Staaten wußten, daß ihr Regime auf Lügen gründete und die Medien korrupte Institutionen lakaienhaften Zuschnitts waren. Hier hingegen, im Westen, neigen die Leute zu der Annahme, daß ihre Regierung einigermaßen oder gar zur Gänze vertrauenswürdig sei, das Gerichtswesen unparteiisch, die Medien tatsächlich Nachrichten brächten. Deshalb lassen die Bürger über sich ergehen, daß ihre Regierung immer mehr Aufgaben übernimmt; sie lassen sich in eine Situation der Vertragssklaverei (Indentur) mogeln, in der sie ihrer fiskalsozialistischen Regierung, einem weltanschaulich beeinflußten Gerichtswesen, der ihre Leser oder Zuschauer irreführenden, mietlinghaften Journalistenschaft und sonstigen linkslastigen Organisationen und Einrichtungen ausgeliefert sind. Die Menschen wählen zuhauf Parteien, die wie die kanadische Liberal Party oder die US-Demokraten dem linken Spektrum zugehören, weil ihnen unklar bleibt, daß sie sich selbst in einen Zustand der Knechtschaft, Mittellosigkeit und Ausweglosigkeit hineinwählen.)

Mehr hier. Interessant im gegebenen Zusammenhang: Theodore Dalrymple, „The Uses of Corruption“ (2001).

The Return to Civilised Teaching, or: „Look on my works, ye Apparatchiks, and despair!“

Roger Scruton:

Buckingham is a unique institution, probably the least politically correct university in Europe, and one that is organized more or less entirely on business principles, paying people like me according to their success in attracting students. […] Founded by Margaret Thatcher, Buckingham was at first more a business school than a fully developed university. Now it has a growing and successful humanities faculty, and takes advantage of the Charter which some neglectful bureaucrat allowed it to obtain in order to validate degrees at both undergraduate and postgraduate level. It is expanding its presence in London, with the use of a building in Gower Street and the possibility of obtaining a permanent home in the centre, within mortar range of the BBC. My own course takes place in a private dining room at a London Club, where the students can enjoy discussion and wine over dinner, supplemented by private tutorials leading to a written thesis on a topic agreed between us. This return to civilised teaching, of people who are really interested in learning, has been a refreshing experience for me, and the success of the first year has encouraged me to offer the course again for the year to come.

(Bild: Pressematerial auf der Homepage von Roger Scruton, Ausschnitt.)

Hatespeech, überall Hatespeech

Wie kann er nur? ZDF-Mitarbeiter Achim Winter macht sich darüber lustig, was von der Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich – bewußt antiteutonisch – ohne Bindestriche schreibt, als Kampf gegen Hatespeech betrieben wird. Das geht nun gar nicht. Schon springen die ersten Lästermäuler, Zersetzer und Rechtspopulisten auf…

Siehe auch: Manfred Haferburg und Mark Steyn zum Thema.

„Gesicht zeigen!“: Die Welt, wie Uwe-Karsten Heye sie vorfindet

Eine der vielen Vereinigungen, die sich am „Kampf gegen Rechts“ beteiligen, ist „Gesicht zeigen!“ Die Botschaft des gleich von zwei Bundesministerien geförderten Vereins ist klar: „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“ Daraus spricht löblicher Eifer – obgleich sich auf die Unstimmigkeit hinweisen ließe, daß auf ein- und derselben Unterseite Rassismus als Nicht-Meinung (sondern Verbrechen) und Meinung beschrieben wird. Die Betreiber verkünden nämlich nicht nur, was bereits genannt wurde, sondern auch:  „Die Idee, dass manche Menschen mehr wert sind als andere – für uns absurd und inhuman.“ Wenn rassistische Auffassung widervernünftig (absurd) sind, sollten sie sich rational widerlegen lassen. Insofern bräuchte es die Bestimmung als Verbrechen nicht. Sondern bloß ein wenig mehr Vertrauen in die segensreichen Folgen der Rede- und Preßfreiheit. Aber diesen Weg verschließen sich die Betreiber durch ein (sehr kontinentaleuropäisches) Mißtrauen der Vernunft gegenüber, wie der den fraglichen Satz jeder argumentativen Wucht beraubende Zusatz „für uns“ andeutet. Logische Unbedarftheit mündet in Freiheitsfeindschaft.

Ein interessanter Verein also, wenigstens unter kulturwissenschaftlichem Aspekt. Schauen wir einige weitere Verlautbarungen von „Gesicht zeigen!“ an. Der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzende Uwe-Karsten Heye argumentiert in einem Aufsatz über „Brüssel und die Folgen für die linke Mitte“:

Wie und warum konnte der Hass gegen den Westen, seine Liberalität und Werte derart wachsen? Was treibt junge Muslime in den Dschihad? Warum erklären sie einem Lebensmodell den Krieg, das von der Gleichwertigkeit von Mann und Frau, von individueller Freiheit und Freiheit der Kunst und der Wissenschaft ausgeht? Was hassen die Islamisten so sehr, dass es ihr erklärtes Ziel ist, Europa anzugreifen, es in seinen Grundfesten zu erschüttern, dies auch noch religiös zu verklären, wie in Paris und jetzt in Brüssel?

Es wäre schön, wenn man bei „Gesicht zeigen!“ die Rechten, welche man bekämpft, auch lesen würde. Schlagen Sie Ernst Jüngers „In Stahlgewittern“ auf. Auf der ersten Textseite finden Sie die Passage:

Aufgewachsen in einem Zeitalter der Sicherheit, fühlten wir alle die Sehnsucht nach dem Ungewöhnlichen, nach der großen Gefahr. Da hatte uns der Krieg gepackt wie ein Rausch. In einem Regen von Blumen waren wir hinausgezogen, in einer trunkenen Stimmung von Rosen und Blut. Der Krieg mußte es uns ja bringen, das Große, Starke, Feierliche. (36. Auflage, Stuttgart: Klett-Cotta 1995, S. 7)

Das ist ein ernstzunehmender Hinweis auf den Reiz des Krieges. Man kann dergleichen kritisieren, aber man sollte es nicht ignorieren, nur weil es das eigene, sozialdemokratisch und sozialpädagogisch geprägte Weltbild sprengt.

Eine stalinistische Teufelei

Der Mord an den Bandura- und Drehleierspielern.

Was ist Totalitarismus? Totalitarismus ist, wenn niemand sicher ist. Auch kein Bandura- oder Drehleierspieler, nicht einmal ein blinder Bandura- oder Drehleierspieler. Dmitrij Schostakowitsch erinnert sich:

…national art was considered counterrevoluntionary. Why? Because it was, like any ancient art, religious, cultic. It it’s religious, then tear it out with its roots. I hope someone will write down the history of how our great native art was destroyed in the twenties and thirties. It was destroyed forever because it was oral. When they shoot a folk singer or a wandering storyteller, hundreds of great musical works die with him. Works that had never been written down. They die forever, irrevocably, because another singer represents others songs.

I am not a historian. I could tell many tragic tales and cite many examples, but I won’t do that. I will tell about one incident, only one. It’s a horrible story and every time I think of it I grow frightened and I don’t want to remember it. Since time immemorial, folk singers have wondered along the roads of Ukraine. They’re called “lirniki” and “banduristy” there. They were almost blind men—-why that is so is another question that I won’t go into, but briefly, it’s traditional. The point is, they were always blind and defenseless people, but no one ever touched or hurt them. Hurting a blind man—what could be lower?

And then in the mid thirties the First All-Ukrainian Congress of Lirniki and Banduristy was announced, and all the folk singers had to gather and discuss what to do in the future. ‘Life is better, life is merrier,’ Stalin has said. The blind men believed it. They came to the congress from all over Ukraine, from tiny, forgotten villages. There were several hundred of them at the congress, they say. It was a living museum, the country’s living history. All its songs, all its music and poetry. And they were almost all shot, almost all of those pathetic blind men killed.

Die Schafe in den Straßen Londons

 

Lee Rigby, R.I.P.

Sie erinnern sich an diesen alten Greenpeace-Slogan? Er zierte dereinst jedes dreißigste Fahrzeug in der (alten) Bundesrepublik Deutschland, Türen, Einrichtungsgegenstände, Textilien usw. Sein Gehalt indianischer Weisheit war nicht diskutierbar. Jedenfalls habe ich nicht erlebt, daß er angezweifelt worden wäre. (Dabei waren wir so stolz, „kritisch“ zu sein. Drollig, nicht wahr?)

Erst wenn der letzte Baum gerodet, 
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen wird,
werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann.

Nachdem am 22. Mai 2013 der britische Soldat Lee Rigby ermordet worden war, machten einige amerikanische Kommentatoren auf etwas aufmerksam, das in der europäischen Diskussion, wie diese Morde zu „interpretieren“ seien, unterzugehen droht(e). Sie vermerkten mit Bestürzung, daß alle dort anwesenden, einige Dutzend Schritte entfernt stehenden Männer nichts getan hatten, um Rigby zu retten. Kein Mann schritt ein. Deshalb verdienten jene (männlichen) Briten es, so eine der Stimmen aus den Vereinigten Staaten, als „Schafe in den Straßen Londons“ bezeichnet zu werden.

Es geht mir nicht um Briten-Bashing, denn ich mag das Land und sehe dessen Niedergang mit Bedauern. Ich möchte das Augenmerk auf etwas anderes lenken: Das Gesetz der unintendierten (ungeahnten und/oder ungewollten) Folgen menschlichen Handelns.