Scheinheilige

Scheinheilige (groß)

Watts Up With That? hat dieses herrliche Bild von Anti-Fracking-Protestlern. (Die anderen sind in den Zelten oder außerhalb des Bildes.) Anthony Watts kommentiert:

Glauben diese Anti-Fracking-Protestler, Nylonzelte, PVC-Matten und Kunststoffe wachsen auf Bäumen? Ganz sicher liegen in diesen Zelten auch noch Schlafsäcke aus synthetischen Fasern und gasbetriebene Campingkocher.

Denken diese Scheinheiligen manchmal darüber nach, welche Art Welt sie ertragen müßten, wenn es keine billigen Kohlenwasserstoffe und synthetischen Kunststoffe gäbe, gegen deren Quelle, die Erdölgewinnung, sie sich engagieren?

Ich fürchte, nein.

Grünkernsuppe mit Totalitarismus

Arnold Böcklin

Zum deutschen Antimodernismus.

Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, hat ein Buch über die Grünen geschrieben und Spiegel online ein Interview gewährt. Darin heißt es:

SPIEGEL: Sie beschreiben die Grünen fast, als wären sie die neuen Nazis. Die Partei habe anfangs „gegen einen pragmatischen Politikstil und gegen die sich den Notwendigkeiten der Moderne öffnende Gesellschaft“ gekämpft.

Güllner: Ich will die Grünen um Gottes willen nicht mit den Nazis vergleichen. Doch rein soziologisch betrachtet, entstammte der ursprüngliche Nukleus dieser Bewegung in der Weimarer Zeit und später der Grünen-Bewegung dem gleichen antimodernen Segment der Gesellschaft, einem radikalisierten Teil der deutschen Mittelschicht.

Was soll man sagen? Das ist nichts Neues. Jeder, der sich auch nur ein wenig mit dem deutschen (bzw. deutschsprachigen) Antimodernismus seit der Zeit Wilhelms II. beschäftigt hat, zuckt mit den Schultern: „Ja mei…“

Dennoch brodelt es in der Grünkern-Fraktion.

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Am Rande der Bewegung III: Ein Zeichen setzen!

Hinter dem Fischereihafen der kleinen Stadt werden große Dreifüße aus Stahl gebaut, um einige Kilometer vor der Küste versenkt zu werden. Dann werden darauf Windkraftanlagen montiert. Ganz offenbar hofft man, mit diesem Stahl-Opfer den Zorn der Gottheit abwenden zu können. Ein anderer Grund, diese Steuermittel-Verbrennungsanlagen in die See zu rammen, will mir nicht einfallen.

Von dem Fall abgesehen, daß es sich um Crony Capitalism handle, natürlich:

In a truly capitalist society businesses never receive money or special privileges from government: they succeed if they please customers in offering them what they want, and they fail if they do not. (Kel Kelly, The Case for Legalizing Capitalism, Auburn 2010, S. 26-27)

(In einer kapitalistischen Gesellschaft, die den Namen verdient, erhalten Unternehmen niemals Geld oder irgendwelche besonderen Privilegien von Seiten der Regierung: Sie haben Erfolg, wenn sie den Kunden bieten, was diesen so sehr zusagt, daß sie es kaufen wollen, und sie gehen unter, wenn sie dies nicht tun.)

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Am Rande der Bewegung II: Das Ende ist nah!

Rybki 2

Die Bewegung hat, wie üblich, eine quasi-religiöse Dimension.

In einer der Fischhallen am Rande der kleinen Stadt in Norddeutschland sagt ein älterer und sehr gediegen wirkender Mann mit flächigen, kräftigen Händen – offenbar der Besitzer des Ladengeschäfts – zu einem Dreijährigen, dessen Eltern einige Plattfische erstanden haben: „Da habt ihr ‚was Feines, mein Junge. Ich hoffe, es wird euch schmecken. Wer weiß, ob es noch Fische gibt, wenn Du groß bist.“

Marketing ist das kaum. Eher tatsächliche Erwartung und ehrliche, bohrende Besorgnis. Wie soll man das verstehen?

Und der andere Engel goß aus seine Schale ins Meer; und es ward Blut wie eines Toten, und alle lebendigen Seelen starben in dem Meer. (Offenbarung 16, 3; Luther)

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Am Rande der Bewegung

Bewegung 2Man sieht sie wieder öfter, die Parole „Atomkraft? Nein danke“. Diese Sommerferien hatte ich zwei-drei Wagen vor mir, deren hintere Partie von der „kritischen“ Einstellung der Fahrzeughalter kündet. Ob ein solcher Aufkleber den Pkw in Berlin davor bewahren würde, verbrannt zu werden?

Das bleibt abzuwarten. Jedenfalls genießen die Atomkraftwerk-Gegner in Deutschland, im Mainstream zu treiben. Und Mainstream sind sie. Etwa der freundliche Hafenmeister einer Marina an der Elbmündung. Der nach Gebaren, Bart- und Haartracht idealtypische Achtundsechziger wohnt auf der anderen Seite der kleinen Stadt. Er kommt mit einem schwarzen Kleinbus neuerer Bauart zur Arbeit, dessen eines hintere Seitenfenster der Aufkleber „Atomkraft? Nein danke“ wenigstens zur Hälfte abdeckt. Die Botschaft macht sich gut auf den abgedunkelten Scheiben.

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