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Literatur Religion

Crispinus & Crispianus

Gestern, am 25. Oktober, war der Gedenktag für die Heiligen Crispinus und Crispianus, bekannt im Englischen als St Crispin’s Day. Da kommt natürlich die St-Crispin’s-Day-Rede aus Shakespeares Henry V. in den Sinn. August Wilhelm von Schlegel hat bei ihrer Übertragung keinen schlechten Job gemacht:

Der heutge Tag heißt Crispianus‘ Fest:
Der, so ihn überlebt und heim gelangt,
Wird auf den Sprung stehn, nennt man diesen Tag,
Und sich beim Namen Crispianus rühren.
Wer heut am Leben bleibt und kommt zu Jahren,
Der gibt ein Fest am heilgen Abend jährlich
Und sagt: «Auf morgen ist Sankt Krispian!»
Streift dann den Ärmel auf, zeigt seine Narben
Und sagt: «Am Krispinstag empfing ich die.»
Die Alten sind vergeßlich; doch wenn alles
Vergessen ist, wird er sich noch erinnern
Mit manchem Zusatz, was er an dem Tag
Für Stücke tat: dann werden unsre Namen,
Geläufig seinem Mund wie Alltagsworte:
Heinrich der König, Bedford, Exeter,
Warwick und Talbot, Salisbury und Gloster,
Bei ihren vollen Schalen frisch bedacht!
Der wackre Mann lehrt seinem Sohn die Märe,
Und nie von heute bis zum Schluß der Welt
Wird Krispin-Krispian vorübergehn,
Daß man nicht uns dabei erwähnen sollte,
Uns wen’ge, uns beglücktes Häuflein Brüder:
Denn welcher heut sein Blut mit mir vergießt,
Der wird mein Bruder; sei er noch so niedrig,
Der heutge Tag wird adeln seinen Stand.
Und Edelleut in England, jetzt im Bett,
Verfluchen einst, daß sie nicht hier gewesen,
Und werden kleinlaut, wenn nur jemand spricht,
Der mit uns focht am Sankt Crispinustag.

Interessant zwei Lösungen des Übersetzers. Im berühmten, vielfach zitierten und adaptierten Vers „We few, we happy few, we band of brothers“ versetzt Schlegel das „happy“, um das Versmaß zu halten; es entsteht etwas wie „We few, we happy band of brothers“ („Uns wen’ge, uns beglücktes Häuflein Brüder“). Im vorletzten Vers dann setzt Schlegel „Und werden kleinlaut…“, was richtig ist und trifft und doch an Saft und Kraft des Vorbilds nicht heranreicht, wo es heißt: „And hold their manhoods cheap…“

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Literatur

Knappheit als Übersetzungsproblem

Eine besondere Herausforderung für den Übersetzer sind knappe, gleichsam eingedampfte Passagen des Originals. Wer aus dem Slawischen ins Deutsche übersetzt, hat damit doppelt zu kämpfen, weil das Slawische (zumeist) knapper als das Deutsche wirkt: schon der mangelnden Artikel wegen.

Schauen wir auf dieses Gedicht des in Krakau wirkenden Priesters Wojciech Węgrzyniak aus dem Jahr 2016:

Spowiedź niewolnika

musiałem ściągać na sprawdzianach
musiałem mieszkać przed ślubem
musiałem podkradać z pracy
musiałem współpracować
musiałem oszukiwać
musiałem siedzieć cicho
musiałem komentować
 
słyszą to męczennicy
nie osądzają święci
tylko Bóg zatroskany pyta
a byłeś chociaż raz wolny?

Das ist, mehr oder weniger:

Beichte eines Sklaven

ich mußte bei den Klausuren spicken
ich mußte vor der Trauung mit meiner Freundin zusammenwohnen
ich mußte auf der Arbeit Dinge mitgehen lassen
ich mußte mit der Geheimpolizei zusammenarbeiten
ich mußte betrügen
ich mußte den Mund halten
ich mußte mir das Maul zerreißen

das hören die Märtyrer
die Heiligen verurteilen es nicht
nur Gott fragt voller Sorge
warst du denn nicht ein einziges Mal frei?

Gut verständlich, nicht wahr? Aber doch zu lang im Vergleich zum Original! Wenn wir die „ich mußte“-Verse ohne erläuternde Einfügungen übersetzen, erhalten wir:

ich mußte bei den Klausuren spicken
ich mußte vor der Trauung wohnen
ich mußte auf der Arbeit Dinge mitgehen lassen
ich mußte zusammenarbeiten
[…]

Der zweite und der vierte Vers sind nicht mehr verständlich. Die Ergänzungen sind also notwendig. Aber sie zerstören das Lakonische des Originals.

Außerdem: Wo mit den Ergänzungen aufhören? Sollte man nicht auch den Titel ergänzen: „Beichte eines Sklavens seiner Sünden“. Darauf will es ja hinaus. Aber das wäre eindeutig zu viel des Schlechten; eine Art Paternalismus dem Leser gegenüber, unstatthaft.

Ein weiteres Problem stellen festgefügte Wendungen dar:

ich mußte auf der Arbeit Dinge mitgehen lassen
[…]
ich mußte den Mund halten
ich mußte mir das Maul zerreißen

Der vorletzte dieser Verse lautet, wortwörtlich übersetzt: „ich mußte still dasitzen“ oder „ich mußte schweigend sitzen“. Das freilich gibt den Sinn des Verses kaum wieder, den „siedzieć cicho“ beschreibt nicht zuletzt etwas wie das folgende Szenario: XY sitzt in der-und-der Versammlung, würde gern etwas zu der-und-der Frage bemerken, fürchtet aber, dafür auf den Deckel zu bekommen, und zieht es deshalb vor, den Mund zu halten.

Darf man derart in den Idiom-Vorrat der Zielsprache greifen? Wo bleibt das Original? Oder spiegelt gerade dies das Original?

Und sollte man dann auch noch, nach einem solchen Eingriff, das wiederum lakonische, aber zusammen mit dem „musiałem“ („ich mußte“) doch auch etwas beißende „komentować“ („kommentieren“) übersetzen – oder ersetzen – durch die feststehende Wendung „sich das Maul zerreißen“?

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Antirationalismus Stil im Alltag

Jordan Peterson auf Deutsch: wie’s scheint, ein großes Unglück

Liest man die Rezensionen der deutschsprachigen Version von Jordan Petersons 12 Rules for Life bei Amazon, gewinnt man den Eindruck, da sei etwas schiefgelaufen:

Die Übersetzung verzerrt das ganze Werk dermaßen, dass es sich hier vielmehr um eine Fälschung als um eine Übersetzung handelt. Also: bitte einstampfen, neu übersetzen und dann neu veröffentlichen.

Oder:

Absolut schreckliche Übersetzung. An manchen Stellen liest es sich mehr wie eine Parodie des Original.

Oder:

Die Übersetzung ist eine Frechheit, die eigentlich juristische Konsequenzen zeitigen müsste!

Sehr empfehlenswert wirkt der ausführliche  Kommentar, den Bernhard Lassahn zur deutschen Übersetzung des Petersonschen Meisterwerks – denn das ist es – verfaßt hat. Lassahn macht die Sünden der beiden Peterson-Übersetzer an einem längeren Beispiel dingfest.

Es ist kaum zu glauben, was Lassahn berichtet. Und dies auch dann, wenn man zugesteht, daß der vordergründig plaudernd wirkende, doch sehr durchgeformte, zuweilen sehr knappe und stets auf den jeweils erwünschten Lern-Effekt hin kalibrierte Stil Petersons schwer in eine andere Sprache zu bringen sei.

Doch heißt das nicht, daß es unmöglich sei. Man braucht bloß zweierlei zu tun, nämlich (1) das Original zu achten, z.B. die Kapitelüberschrift

Set your house in perfect order before you criticize the world

nicht banalisierend verballhornen als

Räum erst einmal dein Zimmer auf, ehe du die Welt kritisierst.

Jeder nur halbwegs mit dem Englischen Vertraute dürfte zustimmen, daß mit dieser Übersetzung alle moralische und metaphysische (metaethische, anthropologische) Wucht verpufft, die im Unterton des Original geborgen lag. Von dem flapsigen Einschub „erst einmal“ ganz zu schweigen.

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Literatur

Jan Kochanowski, Pieśń świętojańska, Panna IV in deutscher Übersetzung

Wem denn Blümlein abgerissen
Hab ich / und den Krantz bereitet?
Dir und keinem andern / Lieber /
Der allein lieb meinem Hertzen.

Trag auf Deinem schönen Haupte
Dieses Blühn aus meinen Händen /
Trag auch mich allein im Hertzen /
Denk auch / nur an mich allein.

Keine Weile ist verflossen /
Die ich Deiner nicht gesonnen;
Weder Schlaf noch Fron erlösen
Mich / die wachliegt oder tagträumt.

Diese Hoffnung trag ich / dasz Du
In mir Etwas wollest sehen /
Dies mein Sehnen nicht bespöttelst /
Es mit Deinem mir vergöltest.

Desz zu schweigen / musz ich scheitern /
Was mich zagen macht im Hertzen:
Alles hat hier scharfe Augen /
Weisz sehr wohl um das / was schön ist.

HErre, Schwestern, das ich bitte /
Laszt die Qual mich nicht erfahren /
Dasz ein Nachbarsmädchen wildre/
Wo ich selber heg und weine.

Ach, ein jedes andres Trübsal
Will ich fromm und fest ertragen /
Doch wer hohnspricht meiner Liebe /
Bleibt ein Greuel meiner Seele.

Aus dem Lied zu St. Johannis von Jan Kochanowski (1530-1584), Lied des Fräuleins IV. Übersetzung: Karsten Dahlmanns. Bildquelle; zum polnischen Original geht es hier.

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Antiliberalismus Nationalökonomie

Thomas Sowell: Wie Intellektuelle Dauer-Arme schaffen. Ein Mißverständnis in Diskussionen über „soziale“ Gerechtigkeit

Auszüge aus Thomas Sowells Intellectuals and Society, in freier deutscher Übersetzung:

Die am stärksten sprudelnde Quelle von Mißverständnissen über Fragen der Einkommensverteilung – distributive oder auch „soziale“ Gerechtigkeit – ist die weitverbreitete Gewohnheit, statistische Kategorien mit Menschen aus Fleisch und Blut zu verwechseln.

In den Medien und der akademischen Welt wird sehr häufig behauptet, daß die Reichen nicht nur höhere Einkommen als die Armen hätten, sondern daß deren Einkünfte auch einen immer größeren Anteil am Volkseinkommen ausmachen würden. Das vergrößere die Unterschiede zwischen jenen am oberen Ende der Einkommensskala und denjenigen am unteren Ende. Solche Diagnosen basieren fast immer auf einer Vermischung dessen, was sich über die Jahre in so-und-so umrissenen statistischen Kategorien tut, mit dem, was über die Jahre im Leben von lebendigen Menschen wie Ihnen und mir geschieht.

In der Welt statistischer Kategorien trifft es zu, daß das Einkommen der oberen zwanzig Prozent und auch der Anteil, den das Einkommen der oberen zwanzig Prozent am gesamten Volkseinkommen ausmacht, über die Jahre gestiegen ist. Daher hat sich, was die Einkünfte angeht, die Schere zwischen dem oberen Fünftel und dem Rest der Gesellschaft weiter geöffnet.

Wenn man jedoch die Geschichte der Einkommen konkreter Individuen anhand ihrer Steuererklärungen nachvollzieht, ergibt sich ein anderes Bild. So sind die Einkünfte jener Menschen, die 1996 zum Fünftel der am wenigsten Verdienenden zählten, bis zum Jahr 2005 um einundneunzig Prozent gestiegen. Demgegenüber sind die Einkommen derjenigen Bürger, die 1996 zum Fünftel der Gesellschaft mit den höchsten Einkünften gehörten, nur um zehn Prozent gewachsen. Personen, welche zu den fünf Prozent oder sogar dem legendären einen Prozent an der Spitze gehören, mußten Einbußen ihrer Einkünfte hinnehmen.

Es mag wirken, als seien diese völlig unterschiedlichen Statistiken unvereinbar. Aber dem ist nicht so, weil Menschen aus Fleisch und Blut sich von einer statistischen Kategorie in eine andere hinüberbewegen können. Wenn bestimmte Steuerzahler, die zuerst unter den Geringverdienern waren, im Verlauf eines Jahrzehnts ihr Einkommen verdoppeln, verlassen sie das Fünftel derjenigen mit den geringsten Einkünften; und wenn bestimmte Personen, die hinsichtlich ihrer Einkünfte zu dem einen Prozent an der Spitze gehört haben, ein Viertel ihres Einkommens einbüßen, fallen sie aus dieser Kategorie heraus.

Daten bezüglich der vierhundert reichsten Amerikaner zwischen den Jahren 1992 und 2000 sind keine Daten über ein- und dieselben vierhundert Menschen.

Die meisten Menschen nämlich beginnen ihr Berufsleben in einfachen Jobs, die keine großartigen Einkünfte bringen. Über die Jahre aber erwerben die Menschen mehr und mehr Qualifikationen, sammeln mehr und mehr Fertigkeiten und Berufserfahrung. Das erhöht ihre Produktivität und hebt sie aus dem Fünftel der Menschen mit den geringsten Einkünften heraus in immer höhere Fünftel.

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Antiliberalismus Antirationalismus Egalitarismus

Von wegen Populismus: der andere Blick ostmitteleuropäischer Menschen auf den Staat

David Solway berichtet:

A Romanian friend who suffered through Nicolae Ceaușescu’s dictatorship in his home country tells me that in many ways the situation in the “freedom loving” West is actually worse. In Romania, as in the Soviet Union and the rest of the Eastern Bloc, most people knew that the regime was founded on lies and that the media were corrupt, time-serving institutions. Here, on the contrary, people tend to believe that the government is relatively, if not entirely, trustworthy, that the judiciary is impartial, and that the media actually report the news. Citizens are therefore susceptible to mission creep and are piecemeal deceived into a condition of indenture to socialist governance, an activist judiciary, a disinformative, hireling press corps, and left-wing institutions. People will vote massively for the Liberal Party in Canada and the Democrats in the U.S., not realizing they are voting themselves into bondage, penury and stagnation.

(Ein rumänischer Freund von mir, der die Ceausescu-Diktatur in seiner Heimat durchlitten hat, erklärt mir, daß die Situation im „freiheitsliebenden“ Westen schlimmer sei. Die Menschen in Rumänien, der Sowjetunion und den anderen Ostblock-Staaten wußten, daß ihr Regime auf Lügen gründete und die Medien korrupte Institutionen lakaienhaften Zuschnitts waren. Hier hingegen, im Westen, neigen die Leute zu der Annahme, daß ihre Regierung einigermaßen oder gar zur Gänze vertrauenswürdig sei, das Gerichtswesen unparteiisch, die Medien tatsächlich Nachrichten brächten. Deshalb lassen die Bürger über sich ergehen, daß ihre Regierung immer mehr Aufgaben übernimmt; sie lassen sich in eine Situation der Vertragssklaverei (Indentur) mogeln, in der sie ihrer fiskalsozialistischen Regierung, einem weltanschaulich beeinflußten Gerichtswesen, der ihre Leser oder Zuschauer irreführenden, mietlinghaften Journalistenschaft und sonstigen linkslastigen Organisationen und Einrichtungen ausgeliefert sind. Die Menschen wählen zuhauf Parteien, die wie die kanadische Liberal Party oder die US-Demokraten dem linken Spektrum zugehören, weil ihnen unklar bleibt, daß sie sich selbst in einen Zustand der Knechtschaft, Mittellosigkeit und Ausweglosigkeit hineinwählen.)

Mehr hier. Interessant im gegebenen Zusammenhang: Theodore Dalrymple, „The Uses of Corruption“ (2001).

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Literatur Stil im Alltag

Zbigniew Herbert: Mój ojciec (in deutscher Übersetzung)

Mój ojciec bardzo lubił France’a
i palił Przedni Macedoński
w niebieskich chmurach aromatu
smakował uśmiech w wargach wąskich
i wtedy w tych odległych czasach
gdy pochylony siedział z książką
mówiłem: ojciec jest Sindbadem
i jest mu z nami czasem gorzko

przeto odjeżdżał Na dywanie
na czterech wiatrach Po atlasach
biegliśmy za nim zatroskani
a on się gubił W końcu wracał
zdejmował zapach kładł pantofle
znów chrobot kluczy po kieszeniach
i dni jak krople ciężkie krople
i czas przemija lecz nie zmienia

na święta raz firanki zdjęto
przez szybę wyszedł i nie wrócił
nie wiem czy oczy przymknął z żalu
czy głowy ku nam nie odwrócił
raz w zagranicznych ilustracjach
widziałem jego fotografię
gubernatorem jest na wyspie
gdzie palmy są i liberalizm

*

Mein Vater liebte Anatole France
und rauchte Selbstgedrehte
in den himmelfarbenen Duft-Wolken
schmeckte ihm sein Lächeln auf den schmalen Lippen
und damals in diesen weit zurückliegenden Zeiten
als er gebeugt saß über einem Buch
sagte ich: Vater ist ein Sindbad
und mit uns ist es ihm manchmal bitter

weshalb er aufbrach Auf dem Teppich
auf allen Winden Durch die Atlanten
rannten wir ihm nach voller Sorge
doch er blieb verloren Am Ende kehrte er zurück
legte den Duft ab schlüpfte in die Pantoffeln
aufs neue das Geräusch der Schlüssel in den Taschen
und Tage wie Tropfen schwere Tropfen
und die Zeit vergeht aber sie verändert nicht

einmal vor den Feiertagen nahmen wir die Gardine ab
da ging er durch die Scheibe hinaus und kehrte nicht wieder
ich weiß nicht ob er bedauernd die Augen halb schloß
ob er sein Haupt nicht uns zuwandte
einmal in einer ausländischen Illustrierten
habe ich sein Bildnis gesehen
er ist Gouverneur auf einer Insel
wo es Palmen gibt und Liberalismus

***

Nach: Anna Rajca, Jerzy Polanicki, Poezja polska od średniowiecza do współczesności, Warszawa 2001, S. 561.

Wer, des Polnischen nicht mächtig, den Klang des Originals hören möchte, findet hier eine Lesung durch den Schauspieler Marek Kondrat. Eine vertonte Version hier.

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Literatur Stil im Alltag

Konstanty Ildefons Gałczyński: Rozmowa liryczna (in deutscher Übersetzung)

– Powiedz mi, jak mnie kochasz.
– Powiem.
– Więc?
– Kocham cie w słońcu. I przy blasku świec.
Kocham cię w kapeluszu i w berecie.
W wielkim wietrze na szosie, i na koncercie.
W bzach i w brzozach, i w malinach, i w klonach.
I gdy śpisz. I gdy pracujesz skupiona.
I gdy jajko roztłukujesz ładnie
nawet wtedy, gdy ci łyżka spadnie.
W taksówce. I w samochodzie. Bez wyjątku.
I na końcu ulicy. I na początku.
I gdy włosy grzebieniem rozdzielisz.
W niebezpieczeństwie. I na karuzeli.
W morzu. W górach. W kaloszach. I boso.
Dzisiaj. Wczoraj. I jutro. Dniem i nocą.
I wiosną, kiedy jaskółka przylata.
– A latem jak mnie kochasz?
– Jak treść lata.
– A jesienią, gdy chmurki i humorki?
– Nawet wtedy, gdy gubisz parasolki.
– A gdy zima posrebrzy ramy okien?
– Zimą kocham cię jak wesoły ogień.
Blisko przy twoim sercu. Koło niego.
A za oknami śnieg. Wrony na śniegu.

*

„Sag mir, wie Du mich liebst.“
„Werd’ ich.“
„Also?“
„Ich liebe Dich in der Sonne. Und im Licht der Kerzen.
Ich liebe Dich im Hut und in der Baskenmütze;
Im starken Wind auf der Straße und im Konzertsaal,
In Fliedern und unter Birken, in Himbeersträuchern und unter Ahornbäumen.
Und wenn Du schläfst. Und wenn Du konzentriert arbeitest.
Und wenn Du Dein Frühstücksei so schön aufschlägst
Sogar dann, wenn Dir der Löffel herunterfällt.
Im Taxi. Und im Auto. Ohne Ausnahme.
Und am Anfang der Straße. Und an deren Ende.
Und wenn Du Deine Haare mit dem Kamm teilst.
In der Gefahr. Und auf dem Karussell.
Im Meer. In den Bergen. In Pantoffeln. Und barfuß.
Heute. Gestern. Und morgen. Tags und in der Nacht.
Und im Frühling, wenn die Schwalben kommen.“
„Und sommers, wie liebst Du mich da?“
„Wie das Wesen des Sommers.“
„Und im Herbst, wenn es Schauer und Launen gibt?“
„Sogar dann, wenn Du den Schirm verbaselst.“
„Und wenn der Winter die Fensterrahmen silbern überzieht?“
„Im Winter liebe ich Dich wie ein lustiges Feuerchen.
Ganz nah an Deinem Herzen. Bei ihm.
Und draußen vor den Fenstern Schnee, Krähen auf ihm.“

***

Nach: Anna Rajca, Jerzy Polanicki, Poezja polska od średniowiecza do współczesności, Warszawa 2001, S. 447.

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Dekadenz Political Correctness Stil im Alltag

Was hat aus dem Zellklumpen ein Kind gemacht?

What Changes a Clump of Cells into a Baby

„Schau mal – das Bild habe ich an dem Tag gemacht, als ich herausgefunden habe, daß ich schwanger bin.“ – „Mit mir?“ – „Nein, mit einem Zellhaufen, der meinen Körper ausnutzt.“ – „Wie hat sich dieser Zellhaufen in mich verwandelt?“ – „Dazu kommen wir gleich, meine Sonne.“